Sprachriff
Die Ökonomie steht neuerdings am Berg

Christoph Bopp
Christoph Bopp
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Beat Feuz bei der Abfahrt in Wengen.

Beat Feuz bei der Abfahrt in Wengen.

JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Nichts soll in einer Sprachglosse wie dieser ferner liegen, als die Kollegen zu schelten, welche am nationalen Fernsehen dem Publikum die Skirennen kommentieren müssen. Die Aufgabe ist schon schwer genug, hier Worte zu finden, die dem Spektakel gerecht werden, es aber nicht gleichzeitig verdoppeln sollen. Denn der Zuschauer sieht ja selbst, was abläuft, und «oioioioi» und «ouououou» kann er allenfalls selbst artikulieren.

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir den Kommentatoren zugestehen, dass die Zeit, die zur Verfügung steht, um das, was man sieht, auch zu erklären, begrenzt, manchmal gar zu kurz ist. Die Aufgabe ist, wie eigentlich alles, was mit der Beschreibung eines Geschehens zu tun hat, das jeder synchron sehen kann, prinzipiell unerfüllbar.

Nichtsdestotrotz ist dem zufälligen Skirennen-Verfolger ein Umstand aufgefallen, der nähere Erwähnung verdient. Die Physik fordert ja vom Abfahrer, dass er sich auf der Linie bewege, auf der sich alle die Kräfte, die am Schluss das Resultat bestimmen, optimal ausbalancieren. Das Gespann Hüppi/Russi verwendete für den Vorgang, eine Kurve nicht auf direktestem Weg anzufahren, die Metapher: «Er isch go hole.» Ihre Nachfolger verwenden: «Hier hat er investiert.» Und der Zuhörer fragt sich: Ist das Zufall oder Stil oder hat es Methode?