FC Sion
Die Liga-Richter haben mit der Strafe für Constantin alles richtig gemacht

Drei Wochen nach der Prügelattacke auf den TV-Experten und früheren Schweizer Nationaltrainer Rolf Fringer hat die Swiss Football League das Strafmass gegen Sion-Präsident Christian Constantin bekannt gegeben.

Sebastian Wendel
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Christian Constantin wurde für seine Prügelattacke gesperrt.

Christian Constantin wurde für seine Prügelattacke gesperrt.

KEYSTONE

100‘000 Franken Busse und 14 Monate Stadionverbot. 21 Tage nach dem tätlichen Angriff von Sion-Präsident Christian Constantin auf Rolf Fringer gibt die Swiss Football League das Strafmass bekannt. Damit hat die SFL einen Nagel eingeschlagen: Einen vergleichbaren Vorfall gab es in der Vergangenheit nicht, in Zukunft gilt die Strafe für Constantin als Richtmass.

Aus der Portokasse

Für Laien mag es auf den ersten Blick eine harte Strafe sein. Ja, die 100‘000 Franken Busse suchen in der jüngeren Vergangenheit ihresgleichen. Doch mit dem Hintergrund, dass auf Constantin Konto über eine Milliarde Franken liegt und er die 100‘000 aus der Portokasse zahlt, ist das Finanzielle schon mal relativiert. Zum Stadionverbot: In Anbetracht dessen, dass Constantin nicht im Affekt, sondern vorsätzlich gehandelt hat, sind 14 Monate Stadionverbot mit gesundem Menschenverstand gedacht näher am Minimum denn am Maximum.

Mild oder hart?

Also doch ein mildes Urteil? Egal. Denn ob mild oder hart ist nicht relevant, solange CC Fussballfunktionär und somit Chef des FC Sion bleiben darf. Nur wenn die Swiss Football League gegenüber Constantin in den Boykott treten würde, wenn sie also jegliche Zusammenarbeit mit ihm verweigern und ihn nicht mehr als Entscheidungsträger anerkennen würde, wäre eine neue Dimension der Bestrafung erreicht.

Die Aufgabe der SFL

Dass die SFL dies nicht tut, ist gut und wichtig: Denn mit einem Boykott würde sie mit dem Strafmass nicht nur auf Constantin, sondern genauso auf Spieler, Trainer und Fans des FC Sion zielen. Ein Profiklub FC Sion ohne Geldgeber Constantin? Unvorstellbar und unmöglich. Leiden würde in diesem Fall nicht nur CC, sondern auch die unschuldigen Spieler, Trainer und Fans der Walliser. Und es käme mit dem Zerfall des FC Sion auch zur Verfälschung der Meisterschaft. All dies zu verhindern, war neben der Bestrafung für die Einzelperson Constantin ebenso die Aufgabe der SFL.

Strafrechtliche Konsequenzen

Was CC angeht: Die Bestrafung von Seite der SFL mag er mit einem Lächeln quittieren. Mehr Sorgen dürften ihm die strafrechtliche Aufarbeitung des Falls bereiten, ihm droht die Besudelung seines Ansehens als globaler Geschäftsmann. Rolf Fringer hat angekündigt, Strafanzeige wegen Körperverletzung einzureichen – alles andere als eine Verurteilung von Constantin auch auf strafrechtlicher Ebene ist eigentlich undenkbar.