Apropos
Die Leiden der Kleinen

Dagmar Heuberger
Dagmar Heuberger
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Besonders schlimm wird es, wenn der zu kurz geratene Mensch bei der Einfahrt in ein Parkhaus ein Ticket ziehen soll. (Symbolbild)

Besonders schlimm wird es, wenn der zu kurz geratene Mensch bei der Einfahrt in ein Parkhaus ein Ticket ziehen soll. (Symbolbild)

Nik Dömer

Es beginnt schon in der Wohnung: Ob Kleiderkasten, Küchenschrank oder Bücherregal – das oberste Tablar ist immer unerreichbar. Man kann sich strecken, auf die Zehenspitzen stellen und hat dennoch keine Chance. Eine Leiter muss her!

Wer klein ist – sagen wir: nicht grösser als 1,60 Meter –, hat es nicht leicht. Im Supermarkt ist das Joghurt, das man unbedingt kaufen will, immer zuoberst und womöglich auch noch zuhinterst. Besonders schlimm wird es, wenn der zu kurz geratene Mensch bei der Einfahrt in ein Parkhaus ein Ticket ziehen soll. Entweder, man fährt so nah ran, dass der Rückspiegel fast den Automaten streift. Oder aber, es spielt sich Folgendes ab: Sicherheitsgurt lösen, Autotür öffnen, halb aussteigen, Ticket ziehen, wieder einsteigen, Türe schliessen. Das dauert natürlich und lässt so manchen Hintermann (es sind immer die Männer, nie die Frauen!) ungeduldig hupen. Und der Stress ist noch steigerungsfähig. Nämlich dann, wenn es darum geht, an einer Zahlstelle auf der Autobahn in Italien die Kreditkarte in den Automaten zu stopfen. Die Angst, die Karte versehentlich fallen zu lassen, fährt immer mit.

Wer erfindet – ähnlich dem Selfie-Stick – einen Kreditkarten-Stick? Wir Kleinen wären dankbar.