Apropos
Die Katalogisierung des Wetters

Mario Fuchs
Mario Fuchs
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Es ist Badiwetter.

Es ist Badiwetter.

Manuela Jäggi-Wyss

Die Menschen lassen sich ja immer besonders von etwas faszinieren, wenn sie dieses Etwas nicht beeinflussen können. Vom Weltall etwa. Von Fussballspielen. Oder: vom Wetter.

Jetzt gerade sagen sie, es sei Badiwetter. Die Sonne scheint, es ist warm, es regnet nicht. Badiwetter! Die Menschen, die das sagen, meinen es als Befehl. Auch bei Wanderwetter machen sie das. Sie sagen «Wanderwetter» und meinen: Sofort Rucksack packen und los, gefälligst. Oder bei Hudelwetter. Sie sagen «Das isch mer es Hudelwetter hüt!» und meinen: Wer jetzt freiwillig rausgeht, ist also wirklich selber schuld.

Dabei wäre die Katalogisierung des Wetters ziemlich erstrebenswert, wenn sie denn konsequent vorgenommen und systematisch vorangetrieben würde. Vorausgesetzt, die Labels gälten tatsächlich als absoluter Befehl. Damit wäre vieles schneller erledigt, als Thomas Bucheli erklären kann, was ein Isobarensumpf ist. Potenzielle «Wetter», die uns so zu Hilfe kämen, wären etwa: Putzwetter. Gartenwetter. Steuererklärungswetter.

Und es gäbe Wetter, die uns den Alltag zwischendurch erträglicher oder ertragenswerter machten, wenn man endlich begründen könnte: Exgüse, ich kann heute nicht kommen, es ist Schlafwetter.