Apropos
Die Katalanen machen Sachen

Pascal Ritter
Pascal Ritter
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Die spanische Parole stammt vom Ministerpräsident Mariano Rajoy.

Die spanische Parole stammt vom Ministerpräsident Mariano Rajoy.

KEYSTONE/AP/FRANCISCO SECO

Wenn es mal für eine kurze Zeit still wird an den Massendemonstrationen der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung, ist die Stunde der Dreinrufer. Sie inszenieren sich mit einer Parole, die weniger geläufig ist als das ewige Einfordern der Freiheit. Besonders gern verwenden die Dreinrufer den Spruch «los catalanes hacen cosas», was so viel heisst wie «die Katalanen machen Sachen». Mit diesem simplen Satz ist ihnen das Gelächter sicher.

Es ist die einzige spanische Parole auf den Demonstrationen, an denen spanische Sprüche sonst wirken wie Knoblauchbrot an einer Vampirparty. Er stammt denn auch nicht von einem Katalanen, sondern von einem Galizier mit Namen Mariano Rajoy. Er arbeitet zurzeit als Ministerpräsident in Madrid. Ausgesprochen hat er diese Wahrheit in einem Propagandavideo seiner Partido Popular (PP). Vor den Regionalwahlen im Jahr 2010 mobilisierte er damit für die katalanische PP Wähler. Sie gewann vier Sitze hinzu. Ungleich erfolgreicher war der Spruch «los Catalanes hacen cosas». Er entwickelte sich auf Youtube zum Schlager. Der Zauber des Spruchs liegt in der Banalität der Aussage und darin, dass es Rajoy trotz grösster Anstrengung nicht gelingt, seine Skepsis gegenüber den Katalanen zu verbergen. Diese dürfte seither nicht kleiner geworden sein. Mit den Sachen, die die Katalanen in diesen Tagen machen, hatte Rajoy damals garantiert nicht gerechnet.