Gymnasialen Maturaquote
Die Herkunft beeinflusst die Zukunft

Bei der gymnasialen Maturaquote liegen in den Aargauer Bezirken riesige Unterschiede vor. Was sind die Gründe dafür? Der Kommentar.

Hans Fahrländer
Hans Fahrländer
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Bei der gymnasialen Maturaquote liegen in den Aargauer Bezirken riesige Unterschiede vor. (Symbolbild)

Bei der gymnasialen Maturaquote liegen in den Aargauer Bezirken riesige Unterschiede vor. (Symbolbild)

Keystone

Die gymnasiale Maturaquote liegt im Aargau 5 Prozent unter dem Landesmittel. Das beruhigt uns nicht gross. Betrachtet man indessen die Maturitätsquote nach Bezirken, reibt man sich die Augen. Die Unterschiede sind riesig. Die Quote des Bezirks Lenzburg liegt 132 Prozent über jener des Bezirks Laufenburg.

In diesem absolvierten 2013 gerade mal 8,5 Prozent aller Jugendlichen die Matura. Ist die Jugend im Rheinbezirk weniger gescheit als jene im Zentralbezirk? Nein. Abgesehen davon, dass eine Lehre nicht gleichbedeutend ist mit «weniger gescheit» – die Gründe liegen anderswo.

Natürlich spielen Wohnortlage und Verkehrsverbindungen eine Rolle. Von Laufenburg aus sind alle Wege an ein Gymnasium lang.

Doch das entscheidende Argument dürften die Elternhäuser liefern. Im KMU- und Industriekanton Aargau leben weniger Menschen mit einer höheren Bildung (Gymnasium, Universität›) als in den umliegenden Kantonen Zürich, Basel oder Bern.

Offenbar gibt es diese Unterschiede auch inneraargauisch: In ländlichen Bezirken leben mehr Menschen ohne höhere Bildung als in stadtnahen Gebieten.

Und das weiss man: Das «Bildungsweg-Gen» wird von Generation zu Generation weitergereicht. Oft könnten die Jugendlichen ohne weiteres ans Gymnasium. Aber sie wollen nicht. Oder ihre Eltern wollen nicht. Das kann man nicht einfach staatlich korrigieren.

Doch es ergeht eine Aufforderung an all jene, welche Schülerleistungen beurteilen: Jugendliche, die ins Gymnasium sowohl wollen wie auch können – die sollen dürfen. Sonst entsteht eine grosse Chancenungleichheit. Nicht aufgrund des Wohnortes, sondern aufgrund der familiären Herkunft.

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