Gerigate-Kosten
Die Folgen lassen sich nicht in Zahlen erfassen

30'000 Franken kostete die Stadt Baden der Gerigate. Doch die Folgen der ganzen Affäre um Geri Müller lassen sich nicht in nackte Zahlen fassen. Der Kommentar.

Martin Rupf
Martin Rupf
Merken
Drucken
Teilen
30 000 Franken kostete die Affäre um Geri Müller die Statdt Baden.

30 000 Franken kostete die Affäre um Geri Müller die Statdt Baden.

Alex Spichale

Erst die dringliche Anfrage von Alt-CVP-Einwohnerrat Reto Huber brachte den Badener Stadtrat dazu, in Sachen Gerigate Transparenz zu schaffen. Eine Frage stand im Mittelpunkt: Musste die Stadt infolge der Nacktfoto-Affäre Rechnungen aus der Stadtkasse begleichen?

Ja, musste sie. Mit rund 30 000 Franken fiel der Beitrag aber relativ gering aus. Weil Geri Müller von seinem Nationalratsmandat in den Jahren 2013/2014 aber über 100 000 Franken an die Stadtkasse abliefern musste, könnte man etwas überspitzt gar argumentieren, er sei für die Kosten für Mediation und Rechtsgutachten selbst aufgekommen.

Doch die Folgen der ganzen Affäre lassen sich ohnehin nicht mit nackten Zahlen erfassen. Wie gross der Reputationsschaden ist und wie sehr die ganze Affäre die Exekutive, den Einwohnerrat und letztlich auch die Verwaltung blockiert, ist schwierig einzuschätzen.

Doch es gibt untrügliche Zeichen, dass dem so ist. Jüngstes Beispiel: Für ihr Darlehen an die Betreiber der GoEasy-Halle erhält die Stadt jetzt deutlich weniger Zins – jährlich 15 000 Franken weniger, als es die erste Vorlage vorsah. Der Finanzkommission hätten beim ersten Anlauf Informationen über die Bonität des Betreibers gefehlt.

Wieso hat sie diese nicht eingefordert; wollte sie den Stadtrat absichtlich auflaufen lassen? Und wieso hat der Stadtrat nicht proaktiv dafür gesorgt, dass die Informationen direkt von der «GoEasy» an die Fiko gelangten? Wer nun an der Einwohnerratsitzung etwas Selbstkritik erwartete, sah sich getäuscht. Die zuständige Stadträtin Ruth Müri (team) lapidar: «Im Nachhinein ist man immer gescheiter.»