Manager-Nebenjobs
Die Aktionäre sollen es richten

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Die Aktionäre sind in der Pflicht, auf Nebenjobs der Chefs zu achten.

Die Aktionäre sind in der Pflicht, auf Nebenjobs der Chefs zu achten.

Die Schweizer Wirtschaft, sie war jahrelang von einer Art Filz regiert. Einem Netzwerk von Managern, die sich untereinander die besten Posten zugehalten haben. Dieser Filz alter Schule ist heute glücklicherweise nicht mehr vorhanden. Die global ausgerichteten Konzerne müssen sich an internationale Standards halten. Das fordern nicht zuletzt die grossen Aktionäre, die heute weltweit agieren und ihren eigenen Kunden Rechenschaft abliefern müssen.

Doch es besteht die Gefahr, dass eine neue Art von Filz entsteht: Professionelle Verwaltungsräte, die in mehreren Firmen arbeiten. Oder Topmanager, die bei anderen Unternehmen
im Verwaltungsrat sitzen. Dies bei vollem Lohn als Konzernchef, wohlgemerkt. Diese Fremdmandate erweitern zwar nicht nur den Geldbeutel, sondern auch den Horizont. Doch
sie sind dann heikel, wenn es in der eigenen Bude brennt oder wenn es in der zweiten Bude brennt, für die der Manager auch noch verantwortlich ist. Deshalb müssen die Aktionäre ihr Augenmerk besonders auf diese Fälle legen.

Es reicht nicht aus, dass einfach die Statuten eingehalten werden. Den Managern mit ihren gut bezahlten Nebenjobs muss die Frage gestellt werden, wie stark sie im Nebenjob involviert sind. Und vor allem, wie die Genehmigung für solche Fremdmandate erteilt wurden. Dafür braucht es jedoch kein neues Gesetz. Eine gesunde Diskussion an der Generalversammlung reicht.