Tourismus
Der Winter kann einpacken

Der Tourismus in der Schweiz urbanisiert sich. Damit läuft die Stadt dem Berg den Rang ab.

Lina Giusto
Lina Giusto
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Schweizer Skiorte kämpfen mit dem Ausland um die Gäste. Ein neuer Trend macht ihnen das Leben zusätzlich schwer.

Schweizer Skiorte kämpfen mit dem Ausland um die Gäste. Ein neuer Trend macht ihnen das Leben zusätzlich schwer.

Keystone

Die Schweiz ist bekannt für Wintersport und gilt als Traumdestination in den Alpen. Im Zug der Klimaerwärmung hat sich zudem die Schneeunsicherheit merklich verschärft. Schon immer kämpfen musste die Alpentouristik zudem mit den im Vergleich zum nahen Ausland horrenden Preisen. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 hat der erstarkte Franken die Ferien hierzulande zusätzlich verteuert.

Als wäre das nicht genug, wendet sich ein neuer Trend gegen die Wintersportorte: Der Tourismus urbanisiert sich. Die Gäste haben ihre Präferenzen geändert. Sie wollen Aktivität, suchen Zentrumsnähe – die Städtereisen gewinnen deutlich an Beliebtheit. Sie sind der Motor des Schweizer Tourismus, der noch läuft. Auch die Reisedauer hat sich geändert: Es wird pro Jahr häufiger und durchschnittlich kürzer gereist. Zudem bietet die Kleinheit der Schweiz eine logistische Besonderheit.

Von jedem urbanen Zentrum aus sind die Alpen innerhalb weniger Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Ausländische Gäste sind sich häufig grössere Distanzen gewohnt, als sie in unserer kleinen Alpenstube überhaupt möglich sind. Die kurzen Anreisezeiten begünstigen eine Unterkunft in der Stadt und den Besuch in der Bergnatur als Tagesreise.

Bereits seit 2012 sind die Sommermonate für Ferien in der Schweiz leicht beliebter als der Winter. Diese Tendenz soll sich laut der neusten Prognose der KOF nun noch verstärken. Damit wird es offiziell: Die Schweiz wird zum Sommerferienort, der Winter kann einpacken.

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