Apropos
Der Tyrann und sein Rex

Fabian Hock
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US-Präsident Donald Trump hat vergangene Woche zwei Mitarbeiter gefeuert.

US-Präsident Donald Trump hat vergangene Woche zwei Mitarbeiter gefeuert.

KEYSTONE/AP/PABLO MARTINEZ MONSIVAIS

Vor Donald Trump ist man nirgends sicher, nicht mal auf der Toilette. Das erfuhr vor wenigen Tagen der damalige Aussenminister Rex Tillerson. Als sich der Ex-Exxon-Executive auf die Schüssel setzte, ahnte er nicht, dass die Magenverstimmung von seiner Afrika-Reise in den kommenden Minuten nur zu seinem zweitgrössten Problem werden würde. Denn just in diesem Moment informierte ihn John Kelly, der Stabschef im Weissen Haus, über seinen bevorstehenden Rauswurf. Vom Rex zum Ex mitten im Kampf mit afrikanischen Magenbakterien – es gibt würdevollere Abgänge. Von seinem endgültigen Ende als US-Aussenminister erfuhr Ex-Rex dann schliesslich via Twitter. Und weil das alles der Trump-Administration offenbar noch nicht genug der Demütigung für den einst mächtigsten Boss (Exxon Mobil) im wohl mächtigsten Wirtschaftssektor der Welt (Erdöl) war, plauderte Trump-Gehilfe Kelly die Toiletten-Episode munter vor Journalisten aus.

Das brachte den Präsidenten erst in Fahrt: Am Freitagabend feuerte er Andrew McCabe, den Vizedirektor des FBI. Wo dieser sich um 21 Uhr Ortszeit aufhielt, ist nicht überliefert. Wohl aber, wie lange er noch bis zu seiner regulären Pensionierung gehabt hätte: zwei Tage. Hätte man die Wahl, würde man sich wohl freiwillig für die Magenverstimmung entscheiden.