Apropos
Der heikle Fall von Ex-FCA-Torhüter Joël Mall

Der 24-Jährige sitzt nach seinem Transfer vom FC Aarau zu den Grasshoppers vorerst nur auf der Bank - trotzdem war sein Entscheid für den Wechsel richtig, denn die Zeit war reif, das Brügglifeld zu verlassen.

Ruedi Kuhn
Ruedi Kuhn
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Joël Mall durfte bei den Grasshoppers bisher nur in Testspielen ran

Joël Mall durfte bei den Grasshoppers bisher nur in Testspielen ran

Keystone

Joël Mall ist kein Blender. Der frühere Torhüter des FC Aarau kennt die Gesetze des Fussballs. «Ich weiss genau», sagte er vor der Saison, «dass mein Transfer zu den Grasshoppers mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Spiele ich, ist alles in Ordnung. Sitze ich auf der Ersatzbank, habe ich einen Fehler gemacht. Aber», fügt der 24–Jährige hinzu, «ich musste irgendwann mal das sichere Nest verlassen. Ich brauche die Herausforderung und will in der Super League spielen.»

Was Mall befürchtet hat, ist eingetroffen. Vaso Vasic war bei GC in der letzten und ist auch in dieser Saison die Nummer eins. Obwohl er hin und wieder mehr Fliegenfänger als Überflieger ist. Bei der 2:3-Niederlage gegen den FC Basel griff Vasic gleich zweimal daneben. Und beim 3:2-Sieg im Derby gegen den FC Zürich eilte Vasic beim zweiten Gegentreffer zur Unzeit aus dem Tor, ging zu früh zu Boden und liess sich von Oliver Buff mit einem Heber erwischen.

Für den weiteren Verlauf der Karriere und den Reifeprozess von Mall war der Transfer von Aarau zu GC trotz der aktuellen Reservistenrolle richtig. Nach acht Jahren war der Zeitpunkt reif, den FC Aarau zu verlassen. Um bei seinem Stammverein aus den Kinderschuhen zu kommen, musste er einmal in die Fremde gehen und sein Glück woanders suchen. Gut möglich, dass er früher oder später ins Brügglifeld oder ins neue Stadion im Torfeld Süd zurückkehrt.

Joël Mall hin, Joël Mall her; bei der Analyse der aktuellen Torhüter-Situation des FC Aarau mit Ulisse Pelloni und Steven Deana fällt eines auf: Man hat es innerhalb des Teams Aargau in den vergangenen Jahren nicht geschafft, einen Nachwuchstorhüter aufzubauen. Einen jungen Mann, der in dieser Saison mindestens die Rolle der Nummer zwei hätte übernehmen können. Und es soll jetzt keiner sagen, dass es nicht genug Talente gibt oder gegeben hat. Andreas Hirzel, Predrag Pribanovic und Sascha Studer lassen grüssen.