Polemik
Der gute Ausländer der SVP

Anna Wanner
Anna Wanner
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«Gute Ausländer»: Polnische Saisonniers bei der Gemüseernte in der Schweiz.

«Gute Ausländer»: Polnische Saisonniers bei der Gemüseernte in der Schweiz.

Chris Iseli

Spätestens mit der Ausschaffungsinitiative wurde die SVP konkret und teilte Ausländer, die in der Schweiz leben, in «gut» und «böse» ein. Wobei es schwer nachvollziehbare Nuancen gab. Der Drogendealer galt als gemeingefährlich und sollte ausgeschafft werden. Der Steuerhinterzieher ist zwar auch kriminell, durfte aber trotzdem bleiben.

Mit der Masseneinwanderungsinitiative erhöhte sich die Komplexität. Denn Ausländer verantworten zwar aus Sicht der SVP hohe Mieten, nehmen Schweizern den Job weg und verstopfen den öffentlichen Verkehr und die Autobahnen.

Doch unter ihnen gibt es auch «gute». Die Spitzenforscher aus den USA, die zur Wertschöpfung und damit zum Wohlstand beitragen. Die Grenzgänger in Basel, nicht aber im Tessin. Oder die Saisonniers, die Erdbeeren pflücken und Teller in den Skirestaurants spülen. Für die «guten» Ausländer hat die SVP selbst Ausnahmen in der Umsetzung ihrer Initiative beantragt.

Das Problem, so SVP-Ständerat Peter Föhn (SZ): Neun von zehn Wählern würden das nicht verstehen. «Die Medien müssen die Unterschiede besser erklären.» Beim besten Willen: Diese Widersprüche lassen sich nicht schönreden.