Altersreform
Der Fluch der 70 Franken

Das Parlament befindet sich im Dossier «Altersreform 2020» bereits in der Differenzbereinigung. Es gibt aber auch Vorschläge von SVP und FDP, sowie des Gewerbe- und Bauernverbandes.

Anna Wanner
Anna Wanner
Merken
Drucken
Teilen
Wie wird die «Altersreform 2020» ausschauen? Derzeit geistern zu viele Vorschläge herum.

Wie wird die «Altersreform 2020» ausschauen? Derzeit geistern zu viele Vorschläge herum.

Keystone/GAETAN BALLY

An der Altersreform beissen sich FDP und SVP die Zähne aus. Denn der Ständerat hat vor einem Jahr ein Paket verabschiedet, das 70 Franken mehr AHV für alle verlangt. Das Paket stellt sich als äusserst robust heraus. Dass der Nationalrat in neun Monaten keine Alternative zustande brachte, ist ein erster Beweis dafür. Einen zweiten lieferten SVP und FDP, als sie am Vortag der Beratung einen undurchdachten Vorschlag einbrachten. Der Schnellschuss ging nach hinten los: Er stellte sich als viel teurer heraus als die 70 Franken.

Die ständerätliche Kommission suchte zuletzt erfolglos einen Mittelweg. FDP und SVP schusterten zwar einen «Kompromiss», der in der kleinen Kammer keine Chance gegen die 70 Franken hat, im Nationalrat aber nochmals aufgegriffen werden könnte. Gestern stellte sich heraus, dass Bauern- und Gewerbeverband ebenfalls eine Alternative bereithielten – damit aber scheiterten.

Die Bemühungen, eine Brücke zwischen National- und Ständerat zu schlagen, sind löblich. Doch sie offenbaren, dass die Bürgerlichen und die Wirtschaft gespalten sind. Man kann die Vorschläge drehen und wenden, wie man will: Eine Altersgruppe, eine Branche wird sich benachteiligt fühlen. Der 70-Franken-Vorschlag mag nicht der beste sein. Aber im Hinblick auf eine Abstimmung ist er der bisher einzig pragmatische Weg, um die Reform durchzubringen.

anna.wanner@azmedien.ch