Finanzausgleich-Abstimmung
Der Aargau braucht diese 27 Millionen noch

Der Kanton Aargau verliert Einnahmen von 27 Millionen Franken, wenn das Parlament in Bern der Änderung des nationalen Finanzausgleichs anpasst. Wie sollen Aargauer Nationalräte abstimmen? Ein Kommentar.

Mathias Küng
Mathias Küng
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Bündel von Tausender-Noten: In der Finanzausgleich-Abstimmung geht es für den Aargau um 27 Millionen Franken. (Symbolbild)

Bündel von Tausender-Noten: In der Finanzausgleich-Abstimmung geht es für den Aargau um 27 Millionen Franken. (Symbolbild)

Keystone

Ziel jedes Kantons muss sein, ohne finanzielle Hilfe anderer Kantone und des Bundes über die Runden zu kommen und sich wenn möglich gar stolz Geberkanton nennen zu dürfen. Politische Beobachter fragen deshalb kopfschüttelnd, warum der Aargau eigentlich Finanzausgleich bezieht. Schliesslich werden seine Finanzen mit einem Triple-A geadelt und in Ratings zu Standortqualität und Konkurrenzfähigkeit ist er inzwischen in der Spitzengruppe anzutreffen.

Und doch erhebt der Aargau noch zu Recht Anspruch auf Finanzausgleichsgelder. Denn aus allen steuerbaren Einkommen und Vermögen seiner Bevölkerung sowie den steuerbaren Gewinnen der Firmen ergibt sich ein unterdurchschnittliches Ressourcenpotenzial. Deshalb hat der Aargau laut geltender Definition Anspruch auf Geld von ressourcenstarken Kantonen und vom Bund.

Der Aargau hat keine so potente Finanzindustrie wie Zürich und Genf, keinen wertschöpfungsintensiven Flughafen, keine geballte Pharmakraft wie Basel. Und er kann es sich als viertgrösster Kanton nicht leisten, wie Zug oder Schwyz mit niedrigsten Firmensteuern internationale Firmen anzulocken.

Doch der Aargau liegt keineswegs auf der faulen Haut. Er will sich unbedingt verbessern. Er investiert massiv in eine Zukunft als Hightechkanton, fördert die Fachhochschule, will rund ums PSI noch mehr Know-how ansiedeln usw. Dieser Prozess braucht aber Zeit. Zeit, die ihm der Finanzausgleich verschafft. Noch braucht er diese Mittel, um selbst ressourcenstark zu werden.