Projekt Rheintal+
Den Blick über die Grenzen wagen

Was vor 30 Jahren noch den Dorfkern prägte, wird immer öfter zur Rarität. Der Kommentar zur Gemeindefusion, welche zehn Gemeinderäte im Rheintal-Studenland prüfen wollen.

Daniel Weissenbrunner
Daniel Weissenbrunner
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Die Gemeindeammänner aus Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Fisibach, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen informieren über die "Rheintal+"-Fusion. Von hinten: Heiri Rohner (Wislikofen), Adrian Thoma (Böbikon), Urs Habegger (Rümikon), Rolf Laube (Mellikon) und Projektleiter Peter Weber. – Vorne: Ruedi Weiss (Kaiserstuhl), Werner Schuhmacher (Rekingen), René Meier (Baldingen), Beat Rudolf (Rietheim), Reto S. Fuchs (Bad Zurzach), Marcel Baldinger (Fisibach).
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Reto S. Fuchs (Bad Zurzach)
René Meier (Baldingen)
Adrian Thoma (Böbikon)
Marcel Baldinger (Fisibach)
Ruedi Weiss (Kaiserstuhl)
Rolf Laube (Mellikon)
Werner Schuhmacher (Rekingen)
Beat Rudolf (Rietheim)
Urs Habegger (Rümikon)
Heiri Rohner (Wislikofen)

Die Gemeindeammänner aus Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Fisibach, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen informieren über die "Rheintal+"-Fusion. Von hinten: Heiri Rohner (Wislikofen), Adrian Thoma (Böbikon), Urs Habegger (Rümikon), Rolf Laube (Mellikon) und Projektleiter Peter Weber. – Vorne: Ruedi Weiss (Kaiserstuhl), Werner Schuhmacher (Rekingen), René Meier (Baldingen), Beat Rudolf (Rietheim), Reto S. Fuchs (Bad Zurzach), Marcel Baldinger (Fisibach).

Der Volg, die Post, die Beiz, die Schule und vielleicht auch bald das Gemeindehaus. Was vor 30 Jahren noch selbstverständlich den Kern eines Dorfes prägte, wird in den ländlichen Gemeinden immer öfter zur Rarität. Besonders hart trifft es strukturschwächere Regionen ausserhalb des Agglomerationsgürtels. Die Grundversorgung stösst dort an ihre Grenzen und ist auf Dauer kaum mehr zur erhalten.

Infoverantstaltung Rheintal+: 10 Gemeinden aus dem Rheintal-Studenland im Zurzibiet wollen eine Megafusion prüfen. (24. Januar 2017) Die Gemeindeammänner informieren die Öffentlichkeit zum ersten Mal im Baggermuseum Ebianum in Fisibach über den Stand.
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Grossaufmarsch der Bevölkerung: Das Interesse ist gross.
Infoverantstaltung Rheintal +
Die Gemeindeammänner aus Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Fisibach, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen informieren über die "Rheintal+"-Fusion. Von hinten: Heiri Rohner (Wislikofen), Adrian Thoma (Böbikon), Urs Habegger (Rümikon), Rolf Laube (Mellikon) und Projektleiter Peter Weber. – Vorne: Ruedi Weiss (Kaiserstuhl), Werner Schuhmacher (Rekingen), René Meier (Baldingen), Beat Rudolf (Rietheim), Reto S. Fuchs (Bad Zurzach), Marcel Baldinger (Fisibach).
Projektleiter Peter Weber hat Erfahrung mit einer Gemeindefusion. Er ist der Ammann von Mettauertal. Mettauertal entstand am 1. Januar 2010 durch die Fusion der Gemeinden Etzgen, Hottwil, Mettau, Oberhofen und Wil. Mit einer Fläche von über 21 km² ist diese Gemeinde die flächenmässig grösste des Kantons.
Nächster Termin ist Donnerstag, der 6. April: An diesem Tag finden in allen Gemeinden, die sich am Projekt beteiligen, ausserordentliche Generalversammlungen statt, an denen die Kreditanträge für eine vertiefte Prüfung bewilligt werden müssten.
Der eigentliche Projektstart wäre für den Juni 2017 vorgesehen.
Nach Abschluss der Arbeitsgruppen würden die Stimmberechtigen 2019 über einen Zusammenschluss entscheiden können.
Eine Fusion würde frühestens 2020 umgesetzt.
Impressionen vom ersten Informationsabend.
Impressionen vom ersten Informationsabend.
Impressionen vom ersten Informationsabend.

Infoverantstaltung Rheintal+: 10 Gemeinden aus dem Rheintal-Studenland im Zurzibiet wollen eine Megafusion prüfen. (24. Januar 2017) Die Gemeindeammänner informieren die Öffentlichkeit zum ersten Mal im Baggermuseum Ebianum in Fisibach über den Stand.

Sandra Ardizzone

Die zehn Gemeindevertreter aus dem Zurzibiet, die vor zwei Jahren an einen Tisch gesessen sind und das Projekt Rheintal+ ins Leben gerufen haben, beweisen mit ihrer Idee Mut und Weitsicht. Sie wollen den schleichenden Leistungsabbau entlang dem Rhein von Rietheim bis Kaiserstuhl mit einer möglichen Fusion stoppen.

Entscheidend ist nun der nächste Schritt, wenn es darum geht, die Bevölkerung mit der nötigen Sensibilität ins Boot zu holen. Momentan ist der finanzielle und personelle Leidensdruck noch knapp auszuhalten. Die Lage dürfte sich aber spätestens dann verschärfen, sollte am 12. Februar der neue Finanz- und Lastenausgleich angenommen werden. Bei einem Ja müssten neun der zehn Gemeinden den Steuerfuss auf 127 Prozent anheben.

Wie es geht, hat Glarus vorgemacht. Der Kanton besteht nach der grossen Fusion 2011 heute noch aus drei Gemeinden. Eine Region mit vergleichbaren Strukturen und Problemen wie das Rheintal. Fünf Jahre nach dem Zusammenschluss sind dort die Kritiker längst verstummt.