Apropos
«Dem Land etwas zurückgeben»

Patrik Müller
Patrik Müller
Merken
Drucken
Teilen
Christoph Blocher

Christoph Blocher

Keystone

Der Zuger CVP-Ständerat Peter Hegglin begründet seine Kandidatur für den Bundesrat mit den Worten: «Ich möchte diesem Land, das mir viel gegeben hat, etwas zurückgeben.»

Die St. Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter sagte, als sie ihre Kandidatur bekannt gab: «Ich fühle mich in der Verantwortung, unserem Land etwas zurückzugeben.»

In den USA gehören solche Formulierungen zum Standardvokabular von Kandidaten. Sogar Donald Trump sprach den Satz sinngemäss aus. Ja, er, der supererfolgreiche Unternehmer, ist aus reiner Uneigennützigkeit in die Politik eingestiegen. Schon John F. Kennedy mahnte: «Frage nicht, was dein Land für dich tun kann. Frage, was du für dein Land tun kannst.»

Wer den Auftrag des Vaterlandes noch etwas stärker spürt als Hegglin, Keller-Sutter oder Trump, der ersetzt «kann» oder «möchte» durch «muss». «Ich wollte nie in den Bundesrat – aber wenn ich muss, dann gehe ich halt», sagte einst Christoph Blocher.

Auch seine Tochter Magdalena-Martullo will eigentlich nicht Bundesrätin werden: «Ausser, ich muss.» Wir sollten diesen Politikern, die dem Land etwas zurückgeben möchten oder müssen, dankbar sein. Ausserhalb der Politik ist diese Selbstlosigkeit kaum noch anzutreffen.