Kommentar
Dem FC Aarau fehlte die Reife – für ein politisches Happy End ist das vielleicht sogar besser

Der FC Aarau verspielt tatsächlich ein 4:0 aus dem Hinspiel und verpasst im Rückspiel auf dem Brügglifeld den Aufstieg im Penaltyschiessen. Warum trotzdem vieles gut war diese Saison und der Nicht-Aufstieg politisch vielleicht sogar besser ist.

Rolf Cavalli
Rolf Cavalli
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Der FC Aarau verliert gegen Xamax nach Penaltyschiessen.
36 Bilder
Damit verpasst der FCA den angestrebten Aufstieg in die Super League.
FCA-Keeper Nikolic kann keinen Xamax-Elfer parieren.
BG: Barrage-Rückspiel: FC Aarau - Neuchâtel Xamax (2.6.19)
Er versenkt seinen Elfmeter als einziger Aarauer nicht im Tor.
Hier hält Xamax-Goalie Laurent Walthert Zverotics Schuss.
Serey Die verwandelt später den entscheidenden Elfmeter für die Neuenburger...
... und bejubelt den Ligaerhalt.
Die Aarauer Spieler sind nach dem Spiel am Boden zerstört.
Emotionen pur.
Kein Trost hilft.
Die Enttäuschung steht auch den Zuschauern ins Gesicht geschrieben.
Auf der anderen Seite kann Walthert sein Glück kaum fassen.
Grosser Jubel beim Neuenburger Pietro Di Nardo.
Der FC Aarau liegt nach 90 Minuten 0:4 zurück. Es kommt zur Verlängerung.
Soweit hätte es nicht kommen müssen: In der 90. Minute hatte Marco Schneuwly aus drei Metern das leere Tor verfehlt.
Der einstige Torschütze vom Dienst kann es kaum fassen.
In der Verlängerung fallen keine Tore. Das Penaltyschiessen muss entscheiden.
Damit hätte wohl auch Sportchef Sandro Burki nicht gerechnet.
Fassungslosigkeit bei den FCA-Spielern.
Die Bilder der ersten Halbzeit: In der 20. Minute bringt Serey Die Xamax vom Punkt mit 1:0 in Führung.
In der 29. Minute erhöht Oss auf 2:0.
Noch vor der Pause trifft Kemal Ademi per Kopf zum 3:0 für Xamax.
Die Aarauer Offensive um Stefan Maierhofer bleibt in der ersten Halbzeit blass.
Aarau liegt bereits nach 45 Minuten mit 0:3 zurück.
Norman Peyretti (r.) im Duell mit Marcis Oss.
Stefan Maierhofer (l.) versucht, sich gegen zwei Neuenburger zu behaupten.
Parade von Torhüter Nikolic.
In der 72. Minute trifft Tréand zum 4:0. Die Verlängerung ist Tatsache. Der Rest ist bekannt.
Vor dem Spiel: Die Mannschaften sind bereit.
Die Choreo der FCA-Fans vor dem Spiel.
Sportchef Sandro Burki und Trainer Patrick Rahmen vor dem Spiel.
Das Brügglifeld ist ausverkauft.
Xamax-Topscorer Raphaël Nuzzolo nimmt nur auf der Tribüne Platz. Er ist gesperrt.
Die Zuschauer strömen ins Brügglifeld.
FCA-Präsident Alfred Schmid unterstützt die Mannschaft im Stadion.

Der FC Aarau verliert gegen Xamax nach Penaltyschiessen.

freshfocus

Wie hätte dieser Kommentar bei einem Aufstieg des FC Aarau gelautet? Wir hätten von einem Frühsommermärchen geschrieben, von einer Mannschaft, welche die Herzen der Menschen in der Region weit über die Fanszene hinaus erobert hat.

  • Weil sie in dieser Saison auch in schlechten Zeiten Tugenden wie Solidarität und Teamgeist an den Tag legte, stets an sich glaubte und zusammenhielt.
  • Weil die Klubleitung für einmal auf Vertrauen und Kontinuität setzte, als sie letzten Herbst den Trainer auch nach erschreckender Erfolglosigkeit nicht entliess und dafür mit einer fulminanten Aufholjagd bis in die Barrage belohnt wurde.

Gilt dies nach der sportlich dramatischen Wende gestern auf dem Brügglifeld mit schlechtem Ausgang für Aarau nun alles nicht mehr?

Doch! Eben weil der FC Aarau nicht nur am Schluss der Saison für Furore sorgte, sondern die oben genannten Tugenden schon in den Vormonaten bewies.

Dass es am Schluss trotzdem nicht ganz reichte, zeugt wohl einfach von fehlender Reife. Wer den Aufstieg auf dem Silbertablett serviert bekommt und einen 4:0-Vorsprung verspielt, wäre höheren Anforderungen in der Super League erst recht nicht gewachsen gewesen.

Nach dem ersten Kater und mit etwas Distanz darf man aber auch ganz nüchtern das Gute am Nicht-Aufstieg sehen: So bleiben uns unerwünschte Besuche von Hooligans der Grossklubs vorläufig erspart – und damit auch Negativschlagzeilen im Hinblick auf den Schicksalstag für den Aargauer Spitzenfussball: Am 24. November entscheiden die Aarauerinnen und Aarauer möglicherweise über die Revision der Nutzungsplanung und so indirekt über das neue Stadion.

Dann haben es die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in der Hand, ob es langfristig für den FC Aarau doch noch ein Happy End gibt.

Trainer Patrick Rahmen bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung bei Hochs und Tiefs dieser Saison.
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Konsternierte Gesichter auf dem Brügglifeld.
Auch für die kleinen Fans ist der verpasste Austieg ein herber Schlag.
Die Fans hatten sich auf eine grosse Aufstiegsfeier eingestellt.
Enttäuschung auch bei den Fans am Public Viewing im Penny's in Aarau.
Mitfiebern im Restaurant Sportplatz.
Bereits nach wenigen Minuten ging Xamax in Führung – ein Schock für Fans beim Public Viewing in der Aeschbachhalle.
Das Brügglifeld war ausverkauft...
...einige Fans versuchten dennoch einen Blick auf den Platz zu erhaschen.
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6. FC Aarau Public Viewing in der Aeschbachhalle 6
Public Viewing im Penny.
Public Viewing im Penny.
Public Viewing im Penny
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6
Public Viewing im Penny.
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6.
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6.
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6.
Public Viewing im Penny.

Trainer Patrick Rahmen bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung bei Hochs und Tiefs dieser Saison.

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