Produktivität
Das tut weh: Die Schweiz ist weniger produktiv als gedacht

Die Produktivität von Schweizer Arbeit ist im internationalen Vergleich nur noch mittelmässig.

Tommaso Manzin
Tommaso Manzin
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Arbeiter machen Pause. (Symoblbild)

Arbeiter machen Pause. (Symoblbild)

Keystone

Es ist zugegeben schwer, sich eine Disziplin, eine Industrie einen Sektor oder egal was vorzustellen, wo die Schweiz nicht – wenigstens – zur Spitzengruppe gehört. Wohlverstanden weltweit. Doch ausgerechnet in einem Bereich, der noch mehr als alle anderen eine Paradedisziplin für uns fleissige und kompetente Schweizer sein müsste, stimmt das nicht: die Produktivität unserer Arbeit.

Wer hätte das gedacht: Die Produktivität von Schweizer Arbeit ist gar nicht spitze. Sie ist auch nicht schlecht. Aber es schmerzt die Schweizer Seele wohl fast mehr, sagen zu müssen: Sie ist Mittelmass. Das gilt nicht für alle Branchen, aber es entspricht im Durchschnitt der bitteren Wahrheit. 1970 war die Schweiz hinter Luxemburg und den Vereinigten Staaten die drittproduktivste Volkswirtschaft der Welt. Heute gehört sie hier nicht mehr zu den Leadern.

Fast beunruhigender ist, dass die Steigerungen der Arbeitsproduktivität hierzulande seit Jahrzehnten zu den tiefsten aller Industriestaaten gehören. Das lässt nur wenig Hoffnung aufkeimen, dass sich das Niveau der Produktivität bald heben lässt. Dabei ist sie eine der wichtigsten Determinanten für Wirtschaftswachstum – gerade auch pro Kopf.

In der Schweiz ist die Erwerbsquote im internationalen Vergleich bereits sehr hoch – ein grosser Teil der Bevölkerung arbeitet. Es liegt auch nicht im gesellschaftlichen Trend, die Wochenarbeitszeit zu erhöhen. Weil die Produktivität für die Schweiz besonders wichtig ist, um zu wachsen, muss sie alles daransetzen, in Forschung und Bildung zu investieren und diese für die Wirtschaft fruchtbar zu machen.