Sprachriff
Das Schweigen der Schafe

Janine Gloor
Janine Gloor
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Färöer

Färöer

Keystone

Die Färöer sind eine Inselgruppe auf halbem Weg zwischen Schottland und Island. Mitten im Nordatlantik leben 50 000 Menschen in Dörfern, die aussehen, als hätte jemand entlang der Fjorde eine Handvoll Legosteine über die grünen Hänge gestreut.

Aus einem Regierungsviertel mit Ballenberg-Charakter verwalten sich die Färinger selbst, sie gehören aber zu Dänemark. Amtssprachen sind Dänisch und Färöisch, beide haben sich aus dem Altisländischen entwickelt; der Sprache der Wikinger. Aufgrund der isolierten Lage hat sich das Färöische wie das Isländische im Lauf der Jahrhunderte weniger stark verändert als die Sprachen auf dem skandinavischen Festland. Im Alphabet führt es auch noch den Buchstaben ð.

Für den Übersetzungsdienst von Google war Färöisch bisher nicht wichtig genug, um aufgenommen zu werden. Die Färinger haben deshalb eine eigene Website erstellt, auf der Einheimische Sätze wie «Wann hört der Regen endlich auf?» übersetzen.

Touristen, die einer germanischen Sprache mächtig sind, haben aber Vorteile, zumindest, was Verpflegung und Fortbewegung angeht: Bier heisst bjór und Pferd heisst ross. Und Färöer bedeutet übrigens Schafsinseln. Für diese Tiere braucht es ebenfalls keine Färöischkenntnisse, denn sie galoppieren wie wild davon, sobald sie eine menschliche Stimme hören. Sprache egal.

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