Kommentar
Ein halbes Prozent mehr Lohn für Staatsangestellte ist das Mindeste – mehr nicht

Der Grosse Rat hat eine Lohnerhöhung für das Staatspersonal genehmigt. Der Kanton könnte es sich sogar leisten, seine Angestellten besser zu entlöhnen. Der Kommentar.

Eva Berger
Eva Berger
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Letztes Jahr hat der Grosse Rat dem Staatspersonal gar keine Lohnerhöhung gegönnt. Die Zeiten waren noch unsicherer als heute. SVP, FDP und GLP lehnten 2020 eine Erhöhung um ein halbes Prozent ab, das führte zu einer Nullrunde für die Kantonsangestellten.

Nun hat der Grosse Rat immerhin ein halbes Prozent der Lohnsumme für Staatsangestellte zusätzlich gesprochen. Laut Finanzdirektor Dieth werden Jene zum Zuge kommen, bei denen eine Anpassung der Löhne längst fällig wäre. Ausserdem wird damit ein Teil der diesjährigen Teuerung ausgeglichen. Das ist das Mindeste. Der Kanton könnte es sich sogar leisten, seine Angestellten besser zu entlöhnen und so ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Auch die von der SP geforderte Erhöhung um 1 Prozent wäre eigentlich drin gelegen. Denn die Corona-Krise hat bisher keine riesigen Löcher in die Kantonsfinanzen gerissen.

Für die Mehrheit der Arbeitnehmenden sind jährliche Lohnerhöhungen aber reines Wunschdenken. Viele von ihnen haben unter Corona zusätzlich gelitten, mussten mit Kurzarbeit klarkommen, wurden vielleicht gar arbeitslos. Ganze Industriezweige lagen wochenlang brach. Die Angestellten in der Privatwirtschaft haben nichts davon, wenn man dem Staatspersonal keine Lohnerhöhung gewährt. Eine grosszügige Lohnrunde für Kantonsangestellte wäre in der aktuellen Situation gegenüber der Wählerschaft aber kaum zu rechtfertigen.

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