Steueroasen
Danke, Panama!

Die Affäre «Panama Papers» zeigt: Reiche und Prominente nutzen Briefkastenfirmen, um Steuergelder zu sparen. Doch was bedeutet die Affäre für den Schweizer Finanzplatz? Der Kommentar.

Tommaso Manzin
Tommaso Manzin
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Blick auf Panama-Stadt im Licht der untergehenden Sonne.

Blick auf Panama-Stadt im Licht der untergehenden Sonne.

KEYSTONE/AP/ARNULFO FRANCO

Erstaunlich: Schweizer Banken und Anwälte waren besonders emsig bei der Vermittlung von Briefkastenfirmen in Panama. Dies zeigen die Enthüllungen der «Panama-Papers». Nur aus Hongkong stammen mehr Intermediäre, mit denen die panamaische Kanzlei Mossack Fonseca zusammenarbeitete.

Man hätte gedacht, der jahrelange Streit mit einer Reihe grosser Industriestaaten, dessen Ende auch das Ende des Bankgeheimnisses war, hätte gezeigt, wie man es nicht tun soll. Dennoch fiel ihnen nichts Besseres ein, als weiter Geld am Fiskus vorbeizuschaufeln, einfach weiter weg, in Länder, deren Rechtssystem die Gründung und Führung intransparenter Firmen aus der Ferne noch anbietet. Diese Staaten sind sich nicht zu schade, ihre Gesetzgebung dem Finanzplatz als Alleinstellungsmerkmal im Kampf um internationales Geld zur Verfügung zu stellen.

Dass publik wurde, welche gekrönten Häupter und sonst wie bekannten Gesichter aus aller Welt diese Dienste annehmen, ist gut für die Schweiz. Die Trockenlegung der Sümpfe unversteuerter Liquidität schreitet voran – auch dank solcher Skandale.

Nach dem Ende des Bankgeheimnisses warben Anbieter von Offshore-Firmengründungen damit, die «neue» Schweiz zu sein. Gut so. Die heutige Schweiz darf stolz darauf sein, in der Welt der Steuerhinterzieher nicht mehr die alte zu sein. Der Schweizer Finanzplatz darf sich auf die in Jahrzehnten aufgebaute Expertise, die Servicequalität und die – legale – Diskretion verlassen. Das ist ein Geschäftsmodell mit Zukunft. Jenes Panamas ist in der heutigen Welt längst keines mehr.

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