Polemik
Bunte Autos für Macht und Geld

Wer etwas auf sich hält, der fährt ein schwarzes Auto. Ob Adliger, Politiker oder Prominenz – des Millionärs Lieblingsfarbe beim Fahrzeug ist weltweit identisch. Doch wieso muss es eigentlich immer schwarz sein?

Rainer Sommerhalder
Rainer Sommerhalder
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Auch Chinas Präsident Xi Jinping fährt auf Schwarz ab.

Auch Chinas Präsident Xi Jinping fährt auf Schwarz ab.

KEYSTONE/EPA/WU HONG

Verstehen Sie mich richtig, bei diesen Zeilen geht es nicht um die Grösse. Dass sich ein Bonze gerne in ein Bonzenauto setzt, ist dem Status geschuldet. Schliesslich bleibt das Auto ein Symbol dessen. Wieso aber zeigt der Manager nicht mit einer weissen Limousine, dass er eine reine Weste hat? Wieso der Politiker nicht mit einer grünen Luxuskarosse, dass er zuversichtlich und voller Hoffnung ist? Wieso der Prinz nicht mit einem roten Schlitten, dass er sein Volk liebt?

Nein, schwarz muss es sein. Dabei ist schwarz gemäss Farbenlehre Ausdruck von negativen Gefühlen, von Trauer, von Finsternis. In der Wirtschaft spricht man von Schwarzgeld und von schwarzen Konten. In der Politik von schwarzen Schafen oder schwarzen Listen. Viele negativ gefärbte Begriffe. Höchste Zeit also für bunte Autos auch für Mächtige und Reiche.