Apropos
Buchhaltung – doppelt tricky

christoph bopp
christoph bopp
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Buchhaltungstricks, sogenannte, beschäftigen uns in der letzten Zeit gleich mehrfach. Die eidgenössische Postauto-Bude, welche Gewinn und Verlust trickreich verbuchte, und Bundesrat Ueli Maurer, welcher seinen Überschuss buchhalterisch etwas weniger gross erscheinen liess. Beschäftigt hat uns das – sieht man mal vom Moralischen ab, dass man nicht betrügen darf – deshalb, weil wir an die Buchhaltung glauben. Wir glauben, dass die Zahlen in Spalten und unten mit Minus- und Pluszeichen oder rot und schwarz veredelt, die Welt effektiv abbilden. Fürs Geschäft des Kaufmanns, wofür das Ganze einmal erfunden wurde, mag das stimmen.

Für den grossen Zusammenhang wäre auf jeden Fall wichtig, dass die (doppelte) Buchhaltung ihren Siegeszug in der Renaissance synchron mit der mathematischen Naturwissenschaft antrat. Relevant ist, was sich in Zahlenbeziehungen (Formeln) darstellen lässt. Und untrennbar verbunden ist die Buchhaltung mit dem Siegeszug des Kapitalismus. Aber in diesem zahlenbasierten Wirtschaftssystem haben für uns wichtige Grössen keinen Niederschlag gefunden. Saubere Luft, sauberes Wasser, saubere Umwelt und dergleichen sind gratis. In den Soll-Spalten der Unternehmungen und Investoren steht nicht einmal null. Offenbar rechnet die Natur anders. Aber abrechnen tut sie doch auch.