Polemik
Botox im Namen der Kunst

Anna Kardos
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Botox wirkt nicht nur gegen Falten. Es soll auch Botox-Therapien gegen Depressionen geben. (Symbolbild)

Botox wirkt nicht nur gegen Falten. Es soll auch Botox-Therapien gegen Depressionen geben. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/DAMIAN DOVARGANES

Neuerdings schwärmte eine Bekannte über «Depri-Botox». Erst dachte ich, sie habe etwas missverstanden. Klar, dass wenn um die Lebensmitte Falten und Frust zeitgleich zuschlagen, man sich psychisch wohler fühlt, sobald sich die Physis glättet. «Nein», beharrte die Bekannte – und behielt recht: Es gibt Botox-Therapien gegen Depressionen.

Ich begann nachzudenken. Dass Künstler kompromisslos für ihre Kunst einstehen, ist ein offenes Geheimnis. Performance-Artistin Marina Abramović blutet oft und gerne im Namen ihrer Kunst. Und da dämmerte es mir: Hollywoodstars werden aufs Schrecklichste verkannt: Wenn Regisseure fies sind, die Kritiken negativ und die Rollenangebote kläglich, ist die Depression nicht weit. Die Folge: noch weniger Rollenangebote.

Was aber ist ein Schauspieler ohne seine Arbeit? Also hält ganz Hollywood hin und lässt sich im Namen der Kunst tapfer Depri-botoxen – selbst wenn man dadurch aussieht wie ein Babypopo im Schockgefrier-Modus.

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