Apropos
Betty, du Boss

Janine Gloor
Janine Gloor
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Was wären wir ohne Betty Bossi?

Was wären wir ohne Betty Bossi?

Keystone

Auf dich ist Verlass. Seit 1973 gibst du Bücher heraus. Kochbücher, die uns Klassiker wie den Mississippi Cake oder das Partyfilet geschenkt haben. Ich wäre nicht erstaunt, wenn du auch die Rösti erfunden hättest.

Vermutlich bist du eher Frau Bossi als Betty. Aber ich nehme an, das Du ist in Ordnung, denn du existierst ja gar nicht. Und doch gibt einem deine Unterschrift am Anfang jedes Buchs ein wohliges Gefühl. Denn sie verspricht, dass alles gut herauskommt – sofern man sich an deine Anweisungen hält. Deine Unterschrift garantiert, dass man nicht in Fein- oder Fremdkostläden verzweifelt nach Zutaten suchen muss, deren Namen man nicht aussprechen kann und nach denen man somit auch nicht fragen kann. Sie garantiert Kochnovizen, dass sie sich auf die Mengenangaben verlassen können und nicht wie bei deinem neumödigen Kollegen Jamie Oliver selber entscheiden müssen, wie viel nun «wenig Mehl» ist.

Eigentlich ist es ganz gut, dass du nicht existierst. Denn so bleiben dir Skandale erspart wie zum Beispiel derjenige der amerikanischen Haushaltsgöttin Martha Stewart, die wegen illegaler Aktiengeschäfte ins Gefängnis musste. Deine Schürze bleibt weiss und rein wie die Haube deiner meringuierten Rhabarbertarte. Bevor ich sie zu lange im Ofen gelassen habe.