Sprachriff
Beim «Sichern» würden wir helfen

Christoph Bopp
Christoph Bopp
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Eine Bankangestellte zählt Banknoten eines Kunden. (Symbolbild)

Eine Bankangestellte zählt Banknoten eines Kunden. (Symbolbild)

Sandra Ardizzone

Geld und sicher – wer hat die Wörter eigentlich verkuppelt? «Ihr Geld ist bei uns sicher», das hat sicher einmal ein Banker gesagt und auf die Nachteile des Strumpfs unter der Matratze hingewiesen. Bei diesem Beispiel wäre die Betonung aber eher auf «Ihr» zu legen. Vielleicht war es das Duo Merkel/Steinbrück, das 2008 zur grossen Beruhigungspille griff. Banken drohten zu kippen, aber sie versicherten dem Sparer: «Ihr Geld ist sicher.» Der Bankrun fand nicht statt.

In der Diskussion um die Rentenreform ist man sich nur in einem Punkt einig: «Wir müssen die Rente ‹sicher› machen.» Da – beim Sichern – würden alle gern mithelfen, Befürworter und Ablehner. Einfach nicht so, wie es die anderen gerade wollen.

Dabei ist da fast nichts sicher. Die Pensionskassen stecken in einer mathematischen Klemme. Sie können nicht mehr ausschütten, als sie an Zinsen erwirtschaften. So viel ist immerhin sicher. Und der Rest ist Verteilungskampf. Wer kriegt wie viel – vom Fell? Die Unternehmer geben dem Angestellten Lohn. Der Angestellte gibt einen Teil davon den Alten. Leider ist es nicht so einfach. Es wird ja alles über ein System verteilt mit fixen Quoten. Und es kommt alles aus dem Topf, der erwirtschaftet wurde. Wer schliesslich wem wie viel bezahlt, ist Politik. Also unsicher.