Beznau-Investitionen
Bei einem AKW gilt: Sicherheit über alles

Die Axpo rüstet als Betreiberin das AKW Beznau mit Investitionen von 700 Millionen Franken nach. Macht dies aber auch noch Sinn? Ein Kommentar.

Mathias Küng
Mathias Küng
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Die beiden Reaktoren des AKW Beznau werden in diesem Jahr nachgerüstet. Der Energiekonzern Axpo tauscht die Deckel der Reaktordruckbehälter aus.
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Das Schutzzelt um die neuen Reaktordruckbehälterdeckel.
Der Reaktor 1 ist mit über 45 Jahren das älteste kommerziell betriebene AKW der Welt
Neue Reaktordruckbehälterdeckel für AKW Beznau
Urs Weidmann, Leiter Kernkraftwerk Beznau, und Stephan W. Döhler, Leiter Division Kernenergie bei der Axpo.
Links das Schutzzelt um die neuen Reaktordruckbehälterdeckel in der Zwischenlagerung im Kernkraftwerk Beznau in Döttingen AG.

Die beiden Reaktoren des AKW Beznau werden in diesem Jahr nachgerüstet. Der Energiekonzern Axpo tauscht die Deckel der Reaktordruckbehälter aus.

Keystone/Walter Bieri

Die beiden Atomkraftwerke Beznau 1 und 2 im unteren Aaretal stehen zuoberst auf der Abschussliste derjenigen, die sofort aus der Atomenergie aussteigen wollen. Demgegenüber will der Bundesrat schrittweise aussteigen, um Zeit für den aufwendigen Umbau der Stromversorgung zu gewinnen.

Zudem liegt auf Bundesebene eine neue Ausstiegsinitiative bereit. Sollte das Volk an der Urne diese und nicht das bundesrätliche Konzept gutheissen, müssten Beznau und Mühleberg praktisch sofort abgestellt werden. Die Investitionen von 700 Millionen Franken in der derzeitigen, dritten Erneuerungswelle im AKW Beznau wären dann für die Katz.

Die Axpo geht damit ein substanzielles finanzielles Risiko ein. Und doch ist es richtig, dass Beznau, aber auch alle anderen AKW permanent auf den neusten Stand gebracht werden. Für AKW ist Sicherheit alles, ohne Sicherheit ist alles nichts. Die Investitionen sind natürlich auch eine Botschaft ans Parlament und an die Stimmbevölkerung: Die Betreiber tun alles, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Nun herrscht in Europa Stromüberschuss. Zum einen, weil sich der Kontinent nach der Finanzkrise noch nicht richtig erholt hat, zum andern als Folge massiver Subventionen für erneuerbare Energien in Deutschland.

Gewiss könnte man jetzt sehr günstig importieren. Trotzdem ist es wichtig, dass die bei Öl und Gas komplett auslandabhängige Schweiz wenigstens in der Stromversorgung ihren Bedarf möglichst selbst decken kann. Da empfiehlt es sich, die AKW laufen zu lassen, solange sie sicher sind und sie gebraucht werden.