Wildtierschutz
Bauen, aber nicht um jeden Preis

Fabian Hägler
Fabian Hägler
Merken
Drucken
Teilen
Die geplante Wildtierbrücke über die A1 bei Suhr bringt nicht nur Nutzen für die einheimische Tierwelt. Auch die Autofahrer profitieren von weniger Unfällen mit Wildtieren. (Archivbild)

Die geplante Wildtierbrücke über die A1 bei Suhr bringt nicht nur Nutzen für die einheimische Tierwelt. Auch die Autofahrer profitieren von weniger Unfällen mit Wildtieren. (Archivbild)

Getty Images/iStockphoto

Für die Füchse – also nutzlos – ist die geplante Wildtierbrücke über die A1 bei Suhr nicht. Sie bringt nicht nur Nutzen für die einheimische Tierwelt, deren Lebensraum in den letzten Jahrzehnten massiv eingeschränkt wurde.

Wenn die Brücke steht, können die Tiere die bisher praktisch unüberwindbare Autobahn überqueren. Auch die Autofahrer profitieren, denn die Brücke wird die Zahl der Wildunfälle verringern.

Doch ist es verhältnismässig, dafür 14 Millionen Franken zu investieren? Dass solche Projekte aus Strassengeldern bezahlt werden, ist weitgehend unbestritten. Ohne die Autobahn wären die Lebensräume der Wildtiere schliesslich nicht zerschnitten, also ist der Griff in die Strassenkasse gemäss dem Verursacherprinzip richtig.

Und im Vergleich zu den knapp 1,6 Milliarden Franken, die der Bund im letzten Jahr für Nationalstrassen ausgab, wirkt der Betrag für die Wildtierbrücke schon fast bescheiden.

Doch die Frage, weshalb sich die Kosten innerhalb eines Jahres fast verdoppelt haben, bedarf der Klärung. Wenn ein kleines Bauwerk plötzlich 13,9 statt 7,4 Millionen Franken kostet, müssen die Alarmglocken läuten.

Es mag zwar effizient sein, wenn das Bundesparlament keine einzelnen Projekte, sondern ein globales Budget verabschiedet. Das Bundesamt für Strassen muss aber erklären, warum die Brücke so teuer wird – oder sonst das Projekt wieder abspecken.