Muslimische Grabfelder
Baden kann die Tradition der Toleranz fortsetzen

Martin Rupf
Martin Rupf
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Muslimische Grabfelder auf dem Friedhof Zürich Witikon. (Symbolbild)

Muslimische Grabfelder auf dem Friedhof Zürich Witikon. (Symbolbild)

Chris Iseli

Die Pläne des Stadtrats Baden, auf dem Friedhof Liebenfels rund 200 muslimische Grabfelder zu erstellen, fallen in eine Zeit, in der immer wieder heftige Debatten über Anspruchshaltungen muslimischer Mitbürger aufflammen. Zuletzt sorgte die Verweigerung zweier muslimischer Teenager, ihrer Lehrerin die Hand zu geben, zu Recht für Empörung. Doch genauso, wie wir für unsere Werte und eine aufgeklärte Gesellschaft einstehen, sollten wir uns für ein friedliches Nebeneinander einsetzen – über den Tod hinaus.

Das Thema Tod ist besonders emotional; dem einen oder anderen Christen behagt vielleicht schon der Gedanke nicht, auf dem gleichen Friedhof wie Muslime begraben zu werden. Jüngst sorgte in Brugg ein Grabstein einer Muslimin respektive ein Allah-Schriftzug für Aufregung. Mit ein Grund für die Irritation war wohl, dass der Grabstein inmitten der christlichen Gräber steht. Mit dem Grabfeld in Baden würde dieses Problem elegant gelöst. Denn die muslimischen Gräber würden sich alle an einem Ort befinden, gleichzeitig aber in den Friedhof integriert sein. Die Stadt Baden ist seit je bekannt für ihre Offenheit anderen Religionen gegenüber. So gibt es für Juden einen privaten Friedhof, an den die Stadt aber Beiträge bezahlt. Mit einem muslimischen Grabfeld könnte Baden die Tradition dieser Offenheit und Toleranz fortführen.

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