AKW Beznau
Axpo hat Vertrauen, Greenpeace nicht

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Eine Greenpeace-Aktivistin auf dem Gelände des AKW Beznau.

Eine Greenpeace-Aktivistin auf dem Gelände des AKW Beznau.

Keystone

Greenpeace hat sich auf das AKW Beznau eingeschossen: Vor zwei Jahren besetzten Aktivisten das Kraftwerk, im März zog die Organisation vor Bundesverwaltungsgericht, um einen Sicherheitsbericht zu erhalten, im Mai zeigte ein Riesenwegweiser beim Flughafen Zürich den Touristen, wo der älteste Reaktor der Welt steht – nun werden Whistleblower gesucht, die vertrauliche Dokumente weitergeben.

Die Beznau-Betreiberfirma reagiert amüsiert, offenbar ist die Axpo sicher, dass ihre Mitarbeiter loyal sind und keine heiklen Daten an Greenpeace liefern. Grundsätzlich ist nichts einzuwenden gegen den Aufruf der Umweltorganisation, schliesslich kann jeder Mitarbeiter oder Beznau-Insider frei entscheiden, ob er Dokumente weitergeben will. Hingegen stellt sich die Frage, ob es gerechtfertigt ist, vertrauliche Informationen zum AKW zu veröffentlichen.

Klar ist: Die Bevölkerung hat ein Anrecht darauf, zu erfahren, ob das AKW Beznau sicher ist, bevor es wieder ans Netz geht. Dies ist aber ohne Whistleblower und die Publikation eines 1000-seitigen Berichtes möglich.

Denn die Axpo hält die sicherheitsrelevanten Informationen ja nicht geheim oder unter Verschluss, sondern stellt sie der Atomaufsichtsbehörde Ensi zur Verfügung. Die Fachbehörde, die darüber entscheidet, ob und wann das AKW wieder in Betrieb geht, ist also umfassend dokumentiert. Nur ist das Vertrauen der Axpo, dass ihre Mitarbeiter keine Informationen weitergeben, offensichtlich massiv grösser als jenes von Greenpeace, dass das Ensi unabhängig und objektiv entscheidet.