Kampf dem Stau
Autobahn darf nicht zur Stehbahn werden

Die A 1 ist immer häufiger überlastet. «Tropfenzähler» an zwei Einfahrten sollen den Verkehr verflüssigen. Der Kommentar.

Mathias Küng
Mathias Küng
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Die Vorbereitungen laufen schon: Die Autobahneinfahrt Spreitenbach in Richtung Bern wird umgestaltet und mit einer Tropfenzähler-Lichtsignalanlage ausgestattet.

Die Vorbereitungen laufen schon: Die Autobahneinfahrt Spreitenbach in Richtung Bern wird umgestaltet und mit einer Tropfenzähler-Lichtsignalanlage ausgestattet.

Alex Spichael

Wer kennt das nicht: In der Rush Hour ist die A 1 besonders stark genutzt. Wenn dann eine Reihe von Fahrzeugen hintereinander auf die Autobahn will, führt dies zu Bremsmanövern, der Verkehr gerät ins Stocken. Erst einige Kilometer weiter fliesst er wieder normal. Die A 1 hat viele Zufahrten. Der Vorgang kann sich also alle paar Minuten wiederholen.

Um dies zu verhindern, wurden in anderen Kantonen entlang der Autobahn bereits erste Tropfenzählersysteme eingerichtet. Dort werden einfahrende Fahrzeuge bei hohem Verkehrsaufkommen nur in klei-nen Abständen auf die Autobahn gelassen. So können sie einfacher einfädeln, der Verkehr läuft besser. Das kommt jetzt auch bei den Einfahrten Dietikon und Spreitenbach in Fahrtrichtung Bern.

Das Prinzip leuchtet ein. Und doch sind solche Tropfenzählersysteme und die ebenfalls kommende teilweise Umnutzung von Pannenstreifen nur Symptombekämpfung. Wenn es noch eines Belegs bedurft hätte, dass die Ost-West-Verkehrshauptschlagader A1 schon heute massiv überlastet ist, dann liegt dieser jetzt vor.

Dies zeigt: Die Forderung nach einem möglichst raschen Ausbau auf sechs Spuren im Aargau ist kein Jammern auf Vorrat. Denn die A 1 ist auch für den innerkantonalen Verkehr unverzichtbar. Wenn es von Jahr zu Jahr schwieriger wird, überhaupt auf die A 1 zu kommen, führt dies zu Umwegfahrten durch die Dörfer. Das ist durch zeitgerechten Ausbau zu verhindern. Damit die Autobahn nicht zur Stehbahn wird.