Credit Suisse
Auf halbem Weg

Beat Schmid
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Beat Schmid: «Der tiefe Fall der CS-Aktie ist nicht nur für ein paar Grossinvestoren ärgerlich, sondern betrifft ganz direkt Hunderttausende von Pensionskassenversicherten in der Schweiz.» (Archivbild)

Beat Schmid: «Der tiefe Fall der CS-Aktie ist nicht nur für ein paar Grossinvestoren ärgerlich, sondern betrifft ganz direkt Hunderttausende von Pensionskassenversicherten in der Schweiz.» (Archivbild)

Keystone

Die Zeit läuft ihm davon. Vor zwei Jahren trat der Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, mit dem Ziel an, die krisengeschüttelte Bank auf die Erfolgsspur zurückzuführen. Mit einer neuen Strategie werde die CS bis 2018 wieder richtig viel Geld verdienen und die Aktionäre glücklich machen. Aus diesem Vorhaben wurde bisher nichts. Der angekündigte Börsengang der Schweizer Einheit wurde abgeblasen und von den angestrebten Gewinnzielen bis Ende 2018 ist Thiam noch meilenweit entfernt.

Für Aktionäre ist die Situation besonders hart. Seit seinem Amtsantritt im Juli 2015 sind die CS-Titel von 29 Franken auf 16.50 Franken gefallen – ein Minus von über 40 Prozent. Das ist die bittere Realität, über die der frühere Versicherungsmanager nur ungern spricht.

Der tiefe Fall der Aktie ist nicht nur für ein paar Grossinvestoren ärgerlich, sondern betrifft ganz direkt Hunderttausende von Pensionskassenversicherten in der Schweiz. Diese haben ihr Erspartes – ob sie wollen oder nicht – zu einem Teil in CS-Aktien angelegt. Es dürfte noch Jahre dauern, bis die Verluste, wenn überhaupt, je wettgemacht werden – zumal durch Kapitalerhöhungen seit Thiams Antritt fast 50 Prozent mehr Aktien im Umlauf sind.

Daher dürfte der Druck auf den CS-Chef gross bleiben. Und der Schweizer Hedge-Fonds-Manager Rudolf Bohli wird nicht lockerlassen. Die jüngsten Quartalsergebnisse geben dem Angreifer recht. Die Investmentbank Global Markets bleibt ein Riesenklotz am Bein der Bank, die den gesamten Konzern herunterzieht. Die CS erwirtschaftet derzeit eine Eigenkapitalrendite von mageren 2,2 Prozent.