Post
Auch ein Automat bietet Service public

Als die Post noch PTT hiess, war sie im kleinsten Dorf mit einer Filiale vertreten. Dort gaben die Menschen ihre Briefe und Pakete auf, erledigten Einzahlungen oder bezogen Geld.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Die neuen Paketautomaten der Post machen es möglich, Pakete rund um die Uhr abzuholen und aufzugeben.

Die neuen Paketautomaten der Post machen es möglich, Pakete rund um die Uhr abzuholen und aufzugeben.

Mario Heller

Doch die Nachfrage nach diesen Dienstleistungen und die Frequenzen in den Poststellen sind seit Jahren rückläufig. Schweizweit sank die Zahl der aufgegebenen Briefe am Postschalter zwischen 2000 und 2014 um 67 Prozent, jene der Pakete ging um 43 Prozent zurück, die Einzahlungen reduzierten sich um 34 Prozent.

Dass die Post ihr Filialnetz überprüft, ist verständlich. Und es ist auch nicht negativ, obwohl oft ein Aufschrei durch ein Dorf geht, wenn die Schliessung einer Poststelle angekündet wird. Nachteilig ist dies aber nur, wenn keine Alternative besteht und das Dorf wirklich ihre Post verliert. Wenn sie aber in eine Agentur umgewandelt und bei einem Laden angesiedelt wird, ist dies für die Bevölkerung positiv: Meist sind die Öffnungszeiten der Agentur länger als jene der Postfiliale zuvor. Zudem kann auch der Laden profitieren: Wer in der Postagentur etwas erledigt, kauft mit einiger Wahrscheinlichkeit auch gleich im Laden ein.

Und auch ein Postautomat ist Service pub- lic. Für jene Menschen, die Vollzeit arbeiten und nicht zu Hause sind, wenn der Postbote die Pakete bringt. Da ist es praktisch und bequem, wenn man diese beim Automaten abholen oder dort aufgeben kann, wenn man Zeit dafür hat. Auch das ist ein Bedürfnis – würde die Post nicht darauf eingehen, würden noch mehr Kunden abwandern. Und die Öffnungszeiten der «normalen» Filialen bis spätabends auszudehnen, ist schlicht nicht bezahlbar.

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