Chauffeur-Attacke
Auch der Einzelfall ist einer zuviel

Am Sonntag hat ein Fahrgast in Baden einen Buschauffeur attackiert und konnte später von der Polizei festgenommen werden. Muss man sich mit solchen Einzelfällen abfinden? Was soll man tun, wenn man so etwas miterlebt? Der Kommentar.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Ein Bus-Chauffeur wird von einem Fahrgast angepöbelt. (Symbolbild)

Ein Bus-Chauffeur wird von einem Fahrgast angepöbelt. (Symbolbild)

RVBW

Dass ein Buschauffeur verprügelt wird, wie am Sonntag in Baden, kommt zum Glück selten vor. Für das Opfer ist dies aber ein kleiner Trost: Ihm geht es nicht besser, weil er weiss, dass der brutale Übergriff auf ihn ein Einzelfall war.

Der attackierte Chauffeur und die empörte Öffentlichkeit müssen zur Kenntnis nehmen: Verhindern lässt sich dies nicht, auch wenn Transportfirmen mit Videokameras, Sicherheitspersonal und Kursen für ihre Mitarbeiter viel dafür tun. Problematisch ist insbesondere, dass die Identität von Passagieren, die ausfällig werden, oft nicht festgestellt werden kann.

In Baden war rasch die Polizei zur Stelle und konnte den Täter verhaften. In anderen Fällen steigen Fahrgäste, die Chauffeure anpöbeln oder Kontrolleure anspucken, unerkannt und ungestraft wieder aus. Dies lässt sich nicht verhindern – in jedem Bus einen Polizisten mitfahren zu lassen, wäre unverhältnismässig und unbezahlbar.

Bleibt also nur der Aufruf zu mehr Zivilcourage? Nicht in jedem Fall: Wenn ein Passagier gewaltbereit ist, ist es wenig ratsam, sich selbst in Gefahr zu bringen und den Helden zu spielen.

Pöbelt ein Fahrgast aber den Chauffeur an oder beschimpft einen Kontrolleur, was viel häufiger vorkommt als tätliche Angriffe, kann es helfen, ihn vor allen Passagieren zur Ordnung zu rufen. Denn das Ticket für die Busfahrt ist kein Freipass, seinen Frust am Personal auszulassen.

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