Cappuccino
Arosa liegt im Aargau

Seit vielen Jahren verbringen wir unsere Skiferien in Arosa, so wie unsere halbe Verwandtschaft und überhaupt auffällig viele Aargauer.

Patrik Müller
Patrik Müller
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Arosa ist fest in Aargauer Hand.

Arosa ist fest in Aargauer Hand.

KEYSTONE

Schon am ersten Ferientag, als ich im Sportgeschäft eine Skibrille kaufe, begegne ich einer Familie, die in derselben Quartierstrasse in Baden wohnt wie wir. Als ich darauf unsere Töchter zur Skischule bringe, winkt mir der Hauswart des BT-Hochhauses zu: Seine Enkel üben am selben Hang.

Unsere ältere Tochter entdeckt in ihrer Skigruppe flugs eine Kameradin aus dem Badener Kinderhort, und bald unterhalte ich mich am Pistenrand mit ihrem Vater. Da stösst eine schweizweit bekannte TV-Moderatorin dazu, die aus dem Aargau kommt. Sie ist auch dieses Jahr hier, mit ihrem ebenfalls schweizweit bekannten Mann und mit den Kindern. Und die Aargauer Printmedien sind in Arosa nicht nur sonntäglich vertreten, sondern auch werktäglich: Meinen Amtskollegen von der AZ treffe ich ebenso an wie Polderhorn, nein, natürlich nicht ihn, sondern seinen Erfinder. Der sagt jedoch leicht entschuldigend, er sei eigentlich auf der Lenzerheide und habe nun die Urdenbahn ausprobiert, die seit einem Jahr die Skigebiete Lenzerheide und Arosa verbindet.

Und so ging das weiter. Wenn man im Ausland Ferien macht, hat man den Eindruck, es seien überall Deutsche da. Wenn man in Arosa ist, sieht man überall Aargauer. Die Dichte der AG-Nummernschilder auf den Strassen und in den Parkhäusern bestätigt den subjektiven Eindruck – zumindest bis zum Ferienbeginn der ZH-Fahrer.

Woran liegts? Vielleicht daran, dass mit Pascal Jenny ein Wohler Tourismusdirektor in Arosa ist – übrigens wie vor über 100 Jahren schon sein Ururgrossvater? Ja, die Aargauer sind nicht nur als Touristen da, sie haben – wie die Deutschen auf Mallorca – auch zunehmend die Macht übernommen: So ist beispielsweise der Verwaltungsratspräsident des besten Hotels am Ort, des «Kulm», ein Aargauer: Ernst Wyrsch, aufgewachsen in Dottikon.

Was mir ebenfalls aufgefallen ist (ich habe die «Aroser Zeitung» abonniert): Die Ergebnisse bei eidgenössischen Volksabstimmungen sind in Arosa und im Aargau oft sehr ähnlich. Wäre all das nicht Grund genug für den Regierungsrat, den Arosern ein Angebot für einen Kantonswechsel zu machen? Zugang zu den Alpen – das wär doch was. Und die Schreibweise der Exklave könnte man dann leicht adaptieren: Aarosa.

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