Aarau
An der Aare wollen sich alle wohlfühlen

Asylsuchende zieht es in Aarau in grossen Gruppen auf die Zurlindeninsel. Das führt zu Verunsicherung.

Ueli Wild
Ueli Wild
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Auf der Zurlinden-Insel in Aarau fühlen sich Asylbewerber wohl.

Auf der Zurlinden-Insel in Aarau fühlen sich Asylbewerber wohl.

Pascal Meier

Die Stadt Aarau verfügt über einen Top-Naherholungsraum an der Aare, der in der warmen Jahreszeit besonders rege genutzt wird. Der Flussraum wird auch sukzessive aufgewertet. Es entstanden mehrere Lokale. Nur: Asylsuchende haben das Idyll ebenfalls entdeckt. Die auf alle Seiten gut abgeschirmte Zurlindeninsel hat es ihnen besonders angetan.

Offenbar haben sie das Gefühl, anders als oben in der Stadt würden sie hier niemanden stören. Doch wenn sie in grossen Gruppen auftreten, verunsichern sie eben doch. Familien, die früher ebenfalls der idyllischen Abgeschiedenheit wegen hierher kamen, meiden den Ort zusehends. Manche fühlen sich hier unwohl. Erst recht, nachdem es hier letzte Woche zu einer Messerstecherei gekommen ist.

Klar ist: Alle dürfen den öffentlichen Raum nutzen. Punkto Sicherheit tun die Polizeikorps, was in ihrer Macht steht. Aber sie können nur reagieren, keine Sicherheit garantieren, keine subjektiven Ängste vertreiben. Wer sich noch nichts zuschulden kommen lassen hat, darf mangels Rechtsgrundlage auch nicht mit einem Rayonverbot belegt werden.

Ein Rechtsmittel, die Männer von der Insel zu holen, gibt es nicht. Andere Wege sind aber zu prüfen. Not tun vor allem Beschäftigungsprogramme, welche die Asylsuchenden zwingend vom langweiligen Nichtstun abhalten. Und im Grunde müsste die einheimische Bevölkerung möglichst in hellen Scharen auf die Zurlindeninsel pilgern. Um zu signalisieren, dass sich alle hier wohlfühlen wollen. Dass die Insel zur Stadt gehört wie der Bahnhof und die Altstadt und dass man auch an der Aare nicht unbeobachtet ist.

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