Eritrea-Reise
Alle von der Rolle

Kann man Eritreer in ihr Heimatland zurückschicken oder nicht? Diese Frage bleibt auch nach der Reise von einigen Schweizer Politkern unbeantwortet.

Daniel Fuchs
Daniel Fuchs
Drucken
Teilen
Foto aus Eritrea: Hier war die Reisegruppe unterwegs. Yvonne Feri/ZVG

Foto aus Eritrea: Hier war die Reisegruppe unterwegs. Yvonne Feri/ZVG

Zur Verfügung gestellt

Das Eritrea-Reisli von Schweizer Politikern hinterlässt uns ratlos: Wir können uns nun vorstellen, wie es im unbekannten Land am Horn von Afrika aussieht und was man dort alles machen kann. Kann man Eritreer aber getrost in ihr Heimatland zurückschicken oder nicht? Zu dieser Frage haben wir noch immer keine Antwort.

Zu dieser Verwirrung passt das Verhalten von Susanne Hochuli. Die fürs Asyldossier verantwortliche Aargauer Regierungsrätin der Grünen beschreibt in ihrem Reisebericht ein Land, in dem man herumreisen, sich frei bewegen, Modeschauen bewundern und baden kann. Eigentlich ist alles gut, erzählt Hochuli, um sich dann so aus der Affäre zu ziehen: Eine abschliessende Meinungsbildung sei nicht möglich, doch darum sei es auch nicht gegangen.

Auch der Reiseleiter, Toni Locher, steckt in der Klemme. Am liebsten präsentiert sich der Frauenarzt aus Wettingen als Geburtshelfer. Doch nebenher steht er als Honorarkonsul im Dienste der eritreischen Regierung. Als Entwicklungshelfer, der in Eritrea Gutes tut, macht er sich verdächtig, Steigbügelhalter für ein brutales Regime zu sein.

Und auf der anderen Seite des politischen Spektrums? Gemeinsam mit seinen Gspänli reiste der SVP-Nationalrat und Finanzpolitiker Thomas Aeschi mit dieser Forderung aus Eritrea ab: Die Schweiz soll die diplomatischen Beziehungen zu Eritrea verstärken, Entwicklungshilfe leisten und eine Migrationspartnerschaft anstreben. Aha! Ausgerechnet der Vertreter des SVP-Hardcore-Sparflügels setzt auf die längst von Neoliberalen totgesagte Diplomatie. Verkehrte Welt.

Aktuelle Nachrichten