Kommentar
Aarauer Stadion-Optimisten brauchen Ausdauer

20 Millionen Franken beträgt die Finanzierungslücke für das neue Aarauer Fussballstadion. Statt einer Mantelnutzung sollen es nun Hochhäuser richten. Lebt das Aarauer Stadion-Projekt überhaupt noch?

Urs Helbling
Urs Helbling
Drucken
Blick hinein: So soll das Aarauer Stadion innen aussehen.

Blick hinein: So soll das Aarauer Stadion innen aussehen.

Die gute Nachricht: Das neue FCA-Stadion wurde am Montag nicht beerdigt. Die weniger gute Nachricht: Bis endlich richtig gebaut werden kann, wird weitere Zeit vergehen. Der Vorschlag mit der Querfinanzierung über Hochhäuser ist ambitioniert, vielleicht sogar abenteuerlich. Alleine schon, weil alle Planungs- und Bewilligungsverfahren im Express-Tempo durchgepaukt werden müssen. Und weil es dabei keine Störung seitens Einsprechern, der Politik oder allenfalls des Volkes geben darf.

Wer Aarau gerne ein Stück weltstädtischer hätte, wird sich darüber freuen, dass die Stadt dank des Fussballs zu drei neuen Hochhäusern kommt. Das Stadion macht möglich, was eigentlich nur schwer vorstellbar war.

Wer mit Aarau weniger hoch hinaus will, wird darauf hinweisen, dass dort, wo jetzt zwanzigstöckige Gebäude entstehen sollen, bisher keine Wohnbauten vorgesehen waren. Er wird sich eine grundsätzliche Diskussion wünschen, ob in der Kleinstadt das Wohnen in Hochhäusern gefördert werden soll.

Wer in Aarau einfach endlich ein neues Stadion haben möchte, wird sagen, es gebe keine Alternative zum Plan B. Recht hat er. Auf den reichen Onkel in Amerika zu hoffen, wäre etwas gar träumerisch. Die am Montag wieder gemachten Andeutungen über allfällige alternative Finanzierungen wirken wenig realistisch.

Das Stadion-Projekt in Aarau lebt. Aber es braucht weiterhin viel Optimismus, um daran zu glauben, dass im Torfeld dereinst Fussball gespielt wird.

Lesen Sie auch:

Die Stadion-Türme bieten auf einen Schlag Platz für 1000 neue Aarauer

«Plan B» für neues Fussballstadion: Hochhäuser im Torfeld Süd statt Einkaufszentrum

Stadtrat Lukas Pfisterer über Stadion-Hochhäuser: «Wenn nicht im Torfeld Süd, wo sonst?»

Die Bilder zur Medienkonferenz vom Montag:

Das Gesamtprojekt ist aktuell nicht finanzierbar.
6 Bilder
Eine neue Variante sieht deshalb den Bau von Wohngebäuden vor.
Von links: Alfred Schmid (Päsident FC Aarau), Beat Blattner (VR-Präsident der Stadion Aarau AG), Martin Kull (CEO HRS), Lukas Pfisterer (Stadtrat Aarau), Jan Hlavica (Stadtbaumeister), Sven Bradke (HRS).
Beat Blattner (l.), VR-Präsident Stadion Aarau AG, spricht mit Martin Kull, CEO HRS.
Stadtrat Lukas Pfister (l.) spricht mit Stadtbaumeister Jan Hlavica.
Die Baubewilligung für das ursprüngliche Projekt läuft in einem Jahr aus.

Das Gesamtprojekt ist aktuell nicht finanzierbar.

SEVERIN BIGLER