Aargauer Politik
Aarau und Baden liefern Schlagzeilen

Hans Fahrländer über die guten und schlechten Nachrichten in der Kantonshauptstadt und Baden.

Hans Fahrländer
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Endlich einen akustisch überzeugenden Aufführungsort: Der Einwohnerrat hat überraschend Ja gesagt zur «Alte Reithalle».

Endlich einen akustisch überzeugenden Aufführungsort: Der Einwohnerrat hat überraschend Ja gesagt zur «Alte Reithalle».

ZVG C21

Unwirtlich war es diese Woche im Aargau. Aber daran war nichts Aargau-Spezifisches, unwirtlich war es von Moskau bis Barcelona. An einem feurigen Olympia-Empfang konnten wir uns auch nicht erwärmen, denn Rico Peter aus Kölliken hat im ebenfalls unwirtlichen Pyeongchang (zu Deutsch: «Friede und Gedeihen») eine Medaille im Viererbob knapp verpasst.

Schon eher Aargau-spezifisch war: Die Kantonalpolitik lief auch im zweiten Monat des zweiten Jahres der Legislatur 2017/20 auf Sparflamme (mit Ausnahme von Personalwechseln im Gesundheitsdepartement).

Okay, da ist diese Abstimmung über das Stipendiengesetz, aber darüber darf ich bei offener Urne nicht schreiben. Gelegenheit also, um wieder einmal einen Blick auf die West- und die Ostmetropole zu werfen, auf Aarau und Baden. Da lief durchaus Berichtenswertes.

Aus der Kantonshauptstadt gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute stammt aus dem Kulturbereich: Der Einwohnerrat hat überraschend deutlich Ja gesagt zum originellen Veranstaltungsort «Alte Reithalle» im ehemaligen Kasernenareal. Sagt am 10. Juni auch das Aarauer Stimmvolk Ja, erhält der Aargau endlich einen auch akustisch überzeugenden Aufführungsort.

Die schlechte Nachricht stammt aus dem Sportbereich. Die Chancen, dass Aarau rechtzeitig (bevor die Liga den Stecker zieht) zu einem neuen Fussballstadion im Torfeld Süd kommt, sind offenbar am Schwinden. Die unendliche Leidensgeschichte, die mit jahrelanger Verzögerungstaktik durch einen Einsprecher begann, könnte in wenigen Wochen mit einem Knall enden. Und wie bei der Alten Reithalle gilt auch hier: Betroffen wäre der ganze Kanton. Diesmal allerdings negativ. Nach Baden.

Der Stadtrat hat gegen den Entscheid der Regierung, keinen ortsfesten Blitzapparat an der Bruggerstrasse zu bewilligen, Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht. «Zwängerei!» tönt es in der Stadt und in den Leserbriefspalten. Was soll das – jetzt haben wir doch wieder eine bürgerliche Regierung?! Ähm, haben wir das wirklich? Der Stadtrat Baden setzt sich neu zusammen aus drei Bürgerlichen, zwei Linken – und zwei Parteilosen. In der Stadt kursieren nun zwei Varianten.

Die eine: Der «Risikofaktor» sind die beiden Parteilosen, von ihnen weiss man halt nicht, wie sie sich in einem solchen Fall positionieren. Die andere: Der bürgerliche Ressortvorsteher «Sicherheit und Einwohnerdienste» hat die «Zwängerei» unterstützt. Denn um seine Kasse geht es ja, er muss dafür sorgen, dass genügend Bussgeld reinkommt. Vielleicht erfährt man irgendeinmal noch, welche Variante stimmt.

Zur Person

Hans Fahrländer war Chefredaktor der Aargauer Zeitung und schreibt über Aargauer Politik. hans.fahrlaender@azmedien.ch