O-Ton
500 Mal Teleblocher

Matthias Ackeret
Matthias Ackeret
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Gestern Freitag wurde die 500. Sendung von «Teleblocher» ausgestrahlt. (Archivbild)

Gestern Freitag wurde die 500. Sendung von «Teleblocher» ausgestrahlt. (Archivbild)

Ja, ich habe es überlebt. Als wir vor zehn Jahren mit «Teleblocher» starteten, war dies keineswegs sicher: Ein medialer Tsunami setzte ein, der Bundesrat orderte mehrere Sitzungen an, das Bakom eine Untersuchung, und der Hauptakteur Christoph Blocher wurde aus dem Amt gejagt. «Teleblocher», so folgerten der Blick und die NZZ, sei einer der Gründe für dessen Abwahl gewesen. Gestern wurde die 500. Sendung ausgestrahlt.

Unspektakulär – wie von Anfang geplant. Eine Kamera, eine Kameraeinstellung, einem Akteur und mir als Interviewer. Die brillante Idee stammte von Norbert Neininger, dem verstorbenen Verleger der «Schaffhauser Nachrichten».

Wie die Zeiten ändern: das Schweizer Radio sandte eine fünfminütige, wohlwollende Jubiläumsreportage. Anschliessend analysierte Medienwissenschafter Vinzenz Wyss die Sendung. Der Winterthurer Professor beanstandete nur, dass es sich bei Teleblocher nicht um «journalistische Interviews» handle. Naiv nachgefragt: Als was definiert man neu ein Interview, das ein Journalist mit einem Politiker führt? Als Kammerspiel? Oder als Sketch?

Nur einmal funktionierte der Teleblocher-Reflex noch. Vor einem Monat wurde der Schreibende als Gesprächsleiter einer SRG-Diskussion im Bundeshaus wieder ausgeladen. Auf Intervention von SP-Nationalrat Matthias Aebischer. Die Begründung: Ein Blocher-Interviewer könne nicht neutral sein. Dafür übernahm Aebischer die Gesprächsleitung gleich selber. Schliesslich war er selber einmal Moderator. Bei der SRG.

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