Bundesfeier
1. August: Die Feier ist kein Pflichttermin

Gleich mehrere Gemeinden im Aargau haben dieses Jahr Mühe, eine Bundesfeier zu organisieren.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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1. August: Die Feie rist kein Pflichttermin

1. August: Die Feie rist kein Pflichttermin

Keystone

Als die Gemeinde Ennetbaden vor einem Monat die Absage der Bundesfeier bekannt gab, blieben die Reaktionen weitgehend aus. Ein einziger Leserbriefschreiber meldete sich in der az zu Wort – der Mann wohnt in Würenlingen und schrieb: «Kein Stolz mehr auf unser Vaterland. Wo sind die Bürger geblieben?»

Dass die Absage der Feier nicht mehr Protest auslöste, mag damit zusammenhängen, dass Ennetbaden eine Gemeinde mit internationaler Bevölkerung, liberaler politischer Haltung und niedrigem SVP-Wähleranteil ist.

Anders reagierte die Bevölkerung im ländlichen Jonen auf die Absage: Nach diversen Protestanrufen musste der Gemeinderat zurückkrebsen, nun findet doch eine Bundesfeier statt. Sind die Joner nun die bes-seren Schweizer als die Ennetbadener?

Sie sind sicher traditionsbewusster und patriotischer – doch am Nationalfeiertag geht es nicht nur um Heimatliebe, sondern auch darum, sich mit der eigenen Haltung zur Schweiz zu befassen.

Das ist traditionell Aufgabe des Festredners. Dass es ausgerechnet in Jonen keine Ansprache gibt, ist Ironie des Schicksals.

Es dürfte aber den Besuch der Feier kaum beeinflussen – wenn nicht gerade Christoph Blocher oder ein Bundesrat anreist, sind die Redner keine Publikumsmagnete.

Das ist auch nicht schlimm: Die Politiker haben das Jahr über genügend Gelegenheiten, ihre Botschaften unter die Leute zu bringen. Wenn diese am 1. August lieber gemütlich zu Hause mit Freunden grillieren, und vielleicht dort über die Schweiz diskutieren, ist das ihr gutes Recht.

fabian.haegler@azmedien.ch

Lesen Sie hier den Artikel zum Thema: Ist die Bundesfeier im Aargau ein Auslaufmodell?

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