Kommentar
Kanton Mittelmass

Nächste Woche will der Kanton Aargau über seine Teststrategie informieren – höchste Zeit, die bestehenden Zweifel auszuräumen.

Noemi Lea Landolt
Noemi Lea Landolt
Merken
Drucken
Teilen
Noemi Lea Landolt: «Heute würde kaum jemand darauf wetten, dass bis Mitte Juni jede Woche 200'000 Mitarbeitende von Firmen, Lehrpersonen und Schüler getestet werden.»

Noemi Lea Landolt: «Heute würde kaum jemand darauf wetten, dass bis Mitte Juni jede Woche 200'000 Mitarbeitende von Firmen, Lehrpersonen und Schüler getestet werden.»

Donato Caspari

Weder beim Impfen noch beim Testen sticht der Aargau im Vergleich mit anderen Kantonen hervor. Zu Beginn der Impfkampagne belegte er immer einen der hinteren Plätze und wurde als «Trödelkanton» belächelt. Knapp vier Monate später sieht es etwas anders aus.

Der Aargau hatte immer genug Impfstoff für Zweitimpfungen und musste nicht andere Kantone anbetteln. Auch die Impfzentren kamen nicht an den Anschlag. Das liegt nicht an der guten Planung, sondern am knappen Impfstoff. Die Feuerprobe steht noch bevor, wenn mehr Dosen verfügbar sind.

Ab Mai impfen zusätzlich rund 200 Hausarztpraxen und auch Firmen signalisieren, dass sie Mitarbeitende gerne vor Ort impfen würden. Das stimmt zuversichtlich, dass die Kapazitäten für einen grösseren Ansturm reichen werden. Mehr Sorgen lösen die regelmässigen Tests in Firmen und Schulen aus. Der Kanton hat die Geduld testwilliger Unternehmen mit langwierigen Analysen und Evaluationen arg strapaziert.

Heute würde kaum jemand darauf wetten, dass bis Mitte Juni jede Woche 200'000 Mitarbeitende von Firmen, Lehrpersonen und Schüler getestet werden. Zu utopisch scheint dieses Ziel, denn während des Pilotprojekts wurden nur 7233 Tests durchgeführt. Nächste Woche will der Kanton über die Teststrategie informieren. Es ist höchste Zeit, die bestehenden Zweifel auszuräumen.