Veganismus
Zürcher Veganer schlemmen Gelati und Steaks

Cristina Roduner, Mediensprecherin der Veganen Gesellschaft Schweiz erklärt, was es beim vielfältigen veganen Angebot in Zürich zu beachten gilt und zählt die Vorteile des Veganismus auf.

Senada Haralcic
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Die Vegelateria serviert veganes Glace und Speisen in der Tradition von Sri Chinmoy und Soyana.

Die Vegelateria serviert veganes Glace und Speisen in der Tradition von Sri Chinmoy und Soyana.

Jiri Reiner

Veganer verzichten auf den Verzehr jeglicher Tierprodukte wie Fleisch, Käse, Eier und Milch. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich Veganer nur von rohem Gemüse und Früchten ernähren müssen: Steaks, Würstchen und Gelati werden auch auf pflanzlicher Basis hergestellt und bieten Veganern mehr Abwechslung in ihrer tierfreien Ernährung.

Im Allgemeinen ist «Veganismus» in der Gastrowelt längst kein Fremdwort mehr: Vegane Restaurants, Läden und Gelaterias schiessen in Zürich wie Pilze aus dem Boden. Ist diese Entwicklung die natürliche Reaktion auf eine wachsende Nachfrage?

Tatsächlich steigt die Zahl der Veganer seit Jahren. Laut Schätzungen der Veganen Gesellschaft Schweiz verzichten hierzulande mittlerweile rund 30 000 Menschen auf tierische Produkte. Cristina Roduner freut sich als Mediensprecherin der Veganen Gesellschaft Schweiz, dass immer mehr Menschen dieser Umstellung von Ernährung und Lebensweise folgen. «Auch das Angebot an veganen Speisen hat sich sowohl in Zürich als auch im restlichen Land seht gut weiterentwickelt», schwärmt Roduner.

Trotz vielfältigem Angebot sei es für Veganer wichtig, dass eine ausgewogene und gut geplante Ernährung erhalten werde. «Fünf Portionen Früchte und Gemüse am Tag. Dazu Eiweiss spendende Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte oder Soja». Auf Basis dieser beiden Nahrungsmittel wird ein Grossteil veganer Fleischersatzprodukte hergestellt.

Roduner gibt zu bedenken, dass man Sojasteaks und -würstchen – wie allgemein alle stark verarbeiteten Nahrungsmittel – mit Mass geniessen solle: «Solche Produkte sollten nicht den Hauptteil des Speiseplans ausmachen. Der Griff zu Kartoffeln oder Vollkorngetreide ist für die Gesundheit besser.»

Roduner ist seit fünf Jahren selbst Veganerin und hat folglich auch ein paar Tipps für Neueinsteiger parat. «Fruchtsäfte und Wein sind meistens nicht vegan, da bei der Herstellung Gelatine und Hühner-Eiweiss verwendet werden.»

Die Mediensprecherin ortet drei Hauptgründe, weshalb immer mehr Menschen dem Fleischkonsum den Rücken zukehren und zum Veganismus wechseln: «Den Tieren, der Umwelt und den Menschen zuliebe. Wenn alle Veganer wären, könnte nicht nur die Tier- und Ressourcenausbeute verhindert werden, auch der Welthunger würde verschwinden», ist sich Roduner sicher.

Aber nebst dem kollektiven Mehrwert ist sie überzeugt, dass eine vegane Ernährung auch gesundheitliche Vorteile bietet: «Menschen, die auf den Verzehr von tierischen Produkten verzichten, sind in der Regel gesünder und schlanker». Zahlreiche Langzeitstudien würden diese Aussage belegen und aufzeigen, dass Veganer etwa seltener an Diabetes oder Bluthochdruck leiden und insgesamt mit der gleichen Nahrungsmenge weniger Kalorien zu sich nehmen. «Eigentlich ist jeder dazu eingeladen, Veganer zu werden», preist die Mediensprecherin die Vorteile an.

Trotz all dieser positiven Aspekte bleibt die vegane Ernährung nicht gänzlich von Kritik verschont. Immer wieder ist die Rede von Nährstoffmangel. «Es empfiehlt sich bei einer veganen Ernährung zusätzlich das Vitamin B12 einzunehmen», erklärt Roduner. Der Mangel am Vitamin sei aber kein reines Veganer-Problem und könne auch Menschen betreffen, die alles essen.

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