BVK-Affäre
Zürcher Regierungsrat stellt einen Aufpasser für BVK ein

Die Zürcher Finanzdirektion verbessert die Kontrolle bei der kantonalen Personalvorsorge: Mit Stefan Kuhn stellt sie einen Risk Manager und Controller für die BVK ein. Damit sollen Mängel in diesem Bereich beseitigt weden.

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Die Zürcher Finanzdirektorin Ursula Gut holt bei der BVK Verstärkung.

Die Zürcher Finanzdirektorin Ursula Gut holt bei der BVK Verstärkung.

Limmattaler Zeitung

Der 37-jährige Kuhn soll die interne Steuerung der Pensionkasse des Kantons verbessern, wie die Finanzdirektion am Mittwoch mitteilte. Damit werde die Grundlage für den Aufbau eines internen Investment Controllings und Risikomanagements gelegt. Kuhn wird direkt dem Chef der BVK unterstellt sein.

«Es ist wichtig, dass es auf dieser Stufe eine unabhängige Kontrollstelle gibt», sagte BVK-Chef Thomas Schönbächler gegenüber der SDA. Die Stelle könne helfen, Wiederholungen von Fällen wie jenem um den ehemaligen Anlagechef künftig zu verhindern. Bisher war eine externen Firma für das Controlling der BVK zuständig.

Mehr Kontrolle

Zur Verantwortung des Risk Managers gehören insbesondere auch die Umsetzung und der weitere Ausbau des internen Kontrollsystems. Kuhn tritt seine Stelle am 1. Mai an. Sie ist eine von drei neuen Stellen, die der Regierungsrat im vergangenen November schon vor den Ergebnissen der Administrativuntersuchung beschlossen hatte.

Die Finanzdirektion hatte die Untersuchung nach der BVK-Affäre in Auftrag gegeben. Anlass war die Festnahme des damaligen Anlagechefs der BVK im Frühling 2010. Ihm wird vorgeworfen, er habe sich zwischen 1997 und 2010 wiederholt bestechen lassen. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren.

Mängel bei der Kontrolle

Finanzdirektorin Ursula Gut hatte im Januar angekündigt, dass die Reglemente bei der BVK überarbeitet und das interne Kontrollsystem weiter ausgebaut würden. «Man wusste schon vorher, dass die Kontrollmechanismen verbessert werden müssen», sagte Schönbächler. Hauptauslöser dafür seien gesetzliche Grundlagen. «Die Untersuchung bestätigte die Mängel.»

Die Autoren der Administrativuntersuchung hatten verschiedene Mängel bei der Organisation der BVK festgestellt. Sie schlugen unter anderem vor, die Kontrollmechanismen zu verstärken. Zudem kamen sie zum Schluss, dass es in gewissen Managementbereichen mehr Personal benötige.

Der neue Risk Manager der BVK, Stefan Kuhn, arbeitet zurzeit für die Finanzmarktaufsicht des Fürstentums Liechtenstein. Dort ist er als Teamleiter für die Aufsicht über alle inländischen Investmentunternehmen verantwortlich.

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