Züri läbt
Was sich in Zürich gegen den Coronablues anstellen lässt

Die Stadt Zürich hat unter dem Titel «Züri läbt» eine Plattform lanciert, die Mitmach- und Unterhaltungsangebote gegen die Langeweile in Coronazeiten bietet – sowohl physisch als auch virtuell.

Matthias Scharrer
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Das «Züri läbt»-Logo, in Abwandlung des Hans-Waldmann-Reiterdenkmals beim Zürcher Stadthaus.

Das «Züri läbt»-Logo, in Abwandlung des Hans-Waldmann-Reiterdenkmals beim Zürcher Stadthaus.

Magi Wechsler/Zvg

Beizen zu, Clubs zu, keine Konzerte, und auch sonst scheint nicht mehr viel los zu sein in der Stadt, seit dieses blöde Virus alles im Griff hat. Doch kürzlich lancierte der Zürcher Stadtrat das Projekt «Züri läbt»: Auf der gleichnamigen Onlineplattform sind viele Angebote zu finden, die das Stadtleben aufrechterhalten sollen, soweit dies angesichts der Coronamassnahmen möglich ist.

Zum Beispiel gibt es Tanztrainings für Kinder auf öffentlichen Plätzen: «Züri tanzt» heisst das entsprechende Angebot des professionellen Tanz-Kollektives «Teki Tekua» aus Zürich und Biel. Die einstündigen Trainings richten sich an Kinder zwischen sieben und elf Jahren. Eines der Tanztrainings findet heute Samstag ab 15 Uhr beim Aussersihler Schulhaus Kern statt, das nächste am kommenden Samstag um 14 Uhr beim Schulhaus Kappeli in Zürich Altstetten. Eine weitere Ausgabe ist für den 18. April auf dem Oerliker Schulhausareal Im Birch geplant. Das Angebot ist kostenlos. Mit der Onlineanmeldung über das «Züri läbt»-Portal nehmen die Erziehungsberechtigten auch das Schutzkonzept der Veranstalterinnen zur Kenntnis.

Rennen, Schreiben, Entdecken

Wer mit physisch anwesenden Menschen etwas unternehmen will, kann dies auch unter dem Motto «Züri rännt» tun: Jeweils dienstags um 6.30 Uhr startet beim Landesmuseum eine Laufgruppe, mittwochs um 9 Uhr auf dem Bürkliplatz und donnerstags um 19 Uhr auf dem Münsterhof. Zudem findet am 10. April um 10 Uhr ab Escher-Wyss-Platz «Züri rännt multikulturell» statt, ein Anlass, der von der Asylorganisation Zürich mitlanciert wurde. Die Läufe dauern jeweils eine Stunde.

Eine weitere Mitmachaktion läuft unter dem Titel «Züri schreibt Postkarten». Wer will, kann dabei Bewohnerinnen und Bewohnern der städtischen Altersheime einen Gruss senden. Bei der Postkartenaktion sind bereits über 900 Postkarten eingegangen, die nun an 23 Alterszentren in der Stadt Zürich verteilt werden, wie eine Sprecherin des Stadtzürcher Präsidialdepartements am Donnerstag sagte.

Auch der kürzlich lancierte Foxtrail Gaia, der aufzeigen soll, was Umwelt- und Klimaschutz für die Stadt bedeutet, ist über das «Züri läbt»-Portal zu finden. Wer sich nach Anmeldung auf den Weg macht, erfährt auf einer Schnitzeljagd durch die Stadt beispielsweise etwas über die Wasserkraft der Limmat, die Fledermäuse der Stadt und die mittelalterlichen Entsorgungsgassen in der Altstadt.

Gemeinsames Online-Singen, Streamen und Basteln

Nebst solchen physischen Aktionen umfasst «Züri läbt» auch diverse Onlineangebote. Zum Beispiel «Züri singt», eine Facebook-Gruppe zum gemeinsamen Online-Singen, die sich jeweils mittwochs um 19.30 Uhr live im Internet trifft. Leiterin von «Züri singt» ist die Gesangslehrerin Tanya Birri. Sie wurde vor drei Jahren von der Stadt Zürich für ihr «Female Funk Project» ausgezeichnet. Birri gibt den Gruppenmitgliedern jeweils montags und dienstags über Mittag Tipps zum Singen des von ihr jeweils donnerstags lancierten Songs der Woche.

Womit wir bei den Angeboten in der virtuellen Realität wären, die pandemiebedingt einen zunehmend grossen Teil der Realität darstellt. So findet sich unter «Züri läbt» beispielsweise die Streambar Zentralwäscherei, das Sofakino Kosmos für zu Hause, der Schauspielhaus Streamy Thursday oder die Mediathek des Neumarkt-Theaters.

Doch auch zum handfesten Basteln gibt's etwas, etwa einen Sächsilüüte-Bastelbogen vom Internetphänomen Zukkihund.

Nebst dem Unterhaltungsfaktor dient «Züri läbt» nicht zuletzt der Kulturförderung in Coronazeiten. Für das Projekt stehen insgesamt maximal 45'000 Franken zur Verfügung, wovon bisher ein Viertel verwendet wurde, wie die Sprecherin von Stadtpräsidentin Corine Mauch sagte.