Im Visier habe er unter anderem die Zürcher Staatsanwaltschaft, sagte Engeler am Dienstag in einem Interview mit der Kommunikationsplattform "Persönlich". Aber auch Drittpersonen, welche "die Inhalte meiner Kommunikation einer Zeitung zugetragen haben", sollen allenfalls überprüft werden.

Engeler, der in der "Weltwoche" über den "Fall Hildebrand" schrieb, stösst sich daran, dass er von der Staatsanwaltschaft telefonisch überwacht worden sein soll: "Ich fühle mich nicht nur in meiner Privatsphäre verletzt, sondern vor allem in meiner journalistischen Arbeit behindert."

Deshalb habe er nach Konsultation mit einem Anwalt die Strafanzeige wegen Verletzung des Fernmeldegeheimnisses und des Amtsgeheimnisses eingereicht.

Staatsanwaltschaft: Überwacht wurden andere

Der "Tages-Anzeiger" hatte in der vergangenen Woche aus Verfahrensakten zur Affäre Hildebrand berichtet: Er zitierte aus telefonischen Kontakten und aus dem SMS-Verkehr verschiedener involvierten Personen.

Demnach hatte Engeler unter anderem dem Thurgauer SVP-Kantonsrat Hermann Lei aufs Tonband gesprochen: "Si hend jo villecht no Informatione für mich. Ich wär erreichbar."

Der Journalist sei aber nicht überwacht worden, hiess es bei der Zürcher Staatsanwaltschaft auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. "Weder ist Herr Engeler telefonisch überwacht noch ist gegen ihn eine rückwirkende Randdatenerhebung angeordnet worden", teilte Sprecherin Corinne Bouvard mit.

Vielmehr sei er als "Kommunikationspartner im Verfahren gegen Lei aufgetaucht". Dieser habe ausdrücklich das Einverständnis zur Auswertung der Daten und deren Verwendung durch die Strafverfolgungsbehörden abgegeben.