Krawalle

Weitere zehn Krawall-Touristen in Untersuchungshaft

Von den Krawall-Touristen, die bei den Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende in Zürich verhaftet wurden, sitzen nun zehn weitere in Untersuchungshaft. Der Haftrichter hat sämtliche Anträge der Staatsanwaltschaft bewilligt.

Insgesamt sind somit 20 mutmassliche Randalierer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren im Gefängnis. Wie lange sie dort bleiben, ist gemäss einem Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft unklar. Wenn jemand alles abstreite, könne es durchaus «einige Tage dauern», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Bei den Ermittlungen werden nebst Handy-Daten auch zahlreiche Video- und Fotoaufnahmen ausgewertet. Insgesamt wurden am letzten Krawall-Wochenende 91 Personen festgenommen, davon wurden 71 inzwischen wieder auf freien Fuss gesetzt.

18 von ihnen wurden per Strafbefehl bestraft, wobei das Strafmass jeweils bedingte Geldstrafen zwischen 120 und 180 Tagessätzen zu 30 bis 80 Franken betrug.

«Lasse mich davon nicht einschüchtern»

Ob die Bestrafung per Strafbefehl etwas nützt, ist in diesem Fall allerdings unklar. Einer der wegen Landfriedensbruchs bestraften Randalierer kündigte in einem «Tages-Anzeiger»-Interview vom Freitag an, «sich nicht einschüchtern oder unterdrücken zu lassen».

Wenn er das Gefühl habe, dass es immer noch gerechtfertigt sei, auf die Strasse zu gehen, «dann gehe ich», sagte der 24-Jährige. Wenn er sehe, wie die Polizei den ganzen Sommer über und vor allem letzten Samstag mit ihnen umgegangen sei, verstehe er die Wut jener, die Steine werfen. «Alle im Gefängnis empfanden so.»

Nicht alle, die «austicken» würden, hätten eine politische Forderung, sagte er weiter. «Aber das Austicken an sich ist politisch. Es ist Ausdruck der Machtlosigkeit und Frustration.» Für den Samstag prognostiziert er, dass es «zur Eskalation kommt, wenn die Polizei auftaucht und rumballert».

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