Zürich

Weitere Verzögerungen des Stadionbaus sind beim Stadtzürcher Stimmvolk unerwünscht

So soll das neue Stadion auf dem Hardturmareal aussehen.

So soll das neue Stadion auf dem Hardturmareal aussehen.

Den Stadionbau nicht akzeptieren zu wollen heisst, den Volkswillen zu missachten. Dennoch drohen Rekurse, die durchaus legitim sein können.

Das war deutlich: Mit nahezu 60 Prozent Ja-Stimmen-Anteil hat sich das Stadtzürcher Stimmvolk für das Hardturm-Projekt Ensemble ausgesprochen. Die Zustimmung ist damit im Vergleich zur letzten Abstimmung über das gleiche Projekt vor zwei Jahren deutlich gestiegen.

Der Schluss liegt nahe: Das Volk will, dass Zürich auf dem Hardturm-Areal jetzt endlich ein richtiges Fussballstadion erhält. Und es will eines, das private Investoren finanzieren– nicht die öffentliche Hand. Ein städtisch finanziertes Stadion lehnte das Stimmvolk bekanntlich 2013 knapp ab. Gleichzeitig stimmte es einer Genossenschaftssiedlung beim Stadion zu. Das nun gutgeheissene Ensemble berücksichtigt alle diese Volksentscheide.

Aus demokratischer Sicht scheint es somit klar zu sein: Das Spiel ist aus. Die Stadionbefürworter haben gewonnen. Wer dem Projekt jetzt noch Steine in den Weg legen will, missachtet die demokratischen Spielregeln. Eine Verlängerung ist mehrheitlich unerwünscht.

Allerdings gehören zur Demokratie auch Gesetze, etwa über Lärmschutz bei Überbauungen. Und es gehören Rechtsmittel dazu, die ergriffen werden können, um sicherzustellen, dass die Gesetze ein- gehalten werden. Gut möglich, dass Anwohner wieder Rekurse einreichen, um gerichtlich überprüfen zu lassen, ob die höchsten Türme Zürichs, die das Stadion querfinanzieren sollen, rechtens sind. Oder ob das Projekt angepasst werden muss. Eine Verlängerung wäre unschön, aber nicht verboten.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1