Zigaretten
Wegen Nie-Rauchern fehlt Geld im Präventions-Fonds

Die Fachstelle Züri Rauchfrei macht ihre Präventionsarbeit für Smartphones und Tablets mobil. Dafür gibt es zum ersten Mal Geld aus dem Lotteriefonds. Was mit dem Geld geschieht, steht ebenfalls schon fest.

Lina Giusto
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Tabakprävention soll Jugendliche künftig auch über das Smartphone erreichen.

Tabakprävention soll Jugendliche künftig auch über das Smartphone erreichen.

Keystone

410 000 Franken erhält Züri Rauchfrei, die Fachstelle für Tabakprävention im Kanton Zürich. Und zwar aus dem Lotteriefonds. Diese Spende ist einmalig und historisch bedeutend.

Erstmals erhält die Präventionsstelle nämlich Geld aus diesem Fonds. Der Regierungsrat gab den Betrag vergangene Woche frei. Und was Züri Rauchfrei mit dem Geld machen will, steht ebenfalls fest.

Prävention auf dem Handy

Christian Schwendimann, Geschäftsführer von Züri Rauchfrei sagt: «Mit der Finanzierung können wir die Suchtprävention über das Online-Präventionsprogramm Feel-ok.ch weiter ausbauen.» Das Online-Portal gibt es bereits seit zehn Jahren. Es ist für die Aufklärungsarbeit zu verschiedenen Themen an Schulen konzipiert worden. Schüler können interaktiv und spielerisch Wichtiges über die Themen Alkohol, Rauchen, Sexualität, Stress und Ernährung erfahren.

Präventionsarbeit findet bereits heute online statt. Aber: «Das Onlinetool zum Thema Rauchen ist lediglich für den Computer geeignet. Wir möchten das Programm nun auch auf das Tablet und Smartphone bringen», sagt Schwendimann. Damit will die Präventionsarbeit den Status «responsive» erreichen. Das heisst, die Online-Prävention geht vom Computer einen Schritt weiter und erreicht die Menschen nicht nur an den Maschinen zu Hause, am Schreibtisch oder am Arbeitsplatz, sondern eben auch unterwegs. Die Prävention wird mobil.

Jugendliche lernen voneinander

Mehr noch sollen im Online-Tool vermehrt Jugendliche und Direktbetroffene selber zu Wort kommen und das Rauchen thematisieren. Denn Schwendimann ist überzeugt: «Die Glaubwürdigkeit steigt mit dem Peer-to-Peer-Ansatz deutlich.»

Und dieser Fokus gehe mit der Kompetenzentwicklung der Schüler Hand in Hand. Denn, ob im Schulunterricht oder bei der Aufklärung von heiklen Themen: Es gehe heute vermehrt darum, dass sich Jugendliche gegenseitig etwas beibringen. Schwendimann sagt: «Der reine Wissenstransfer vom Experten zum Schulkind reicht heute nicht mehr aus.»

Bis Mitte 2018 soll nun das Online-Tool von Feel-ok.ch programmiert werden. Danach evaluieren die Schüler das Präventionsprogramm gleich selber. Dafür rechnet Züri Rauchfrei nochmals ein Jahr Arbeit ein. «Tabakprävention 2.0 ist ein Jugendprojekt», sagt der Züri Rauchfrei Geschäftsführer.

Und das Ziel dabei ist klar: Je seltener Jugendliche mit dem Rauchen beginnen, desto weniger erwachsene Rauchende wird es geben. Und die Statistiken geben Schwendimann recht: «Die Zahl der Nie-Raucher stieg in den letzten 15 Jahren laufend. Das heisst, die Prävention greift.»

Der Prävention fehlt Geld

Und genau hier kommt die Spende des Lotteriefonds ins Spiel. Züri Rauchfrei als Kantonale Präventionsfachstelle finanziert sich aus Geldern des Alkoholzehntels und den Mitteln des Tabakpräventionsfonds. Das heisst, jeder Raucher zahlt pro Päckchen Zigaretten 2,6 Rappen in diesen Fonds. «Dieser ist mittlerweile rückläufig – was eigentlich gut ist, aber unsere Präventionsarbeit erschwert», sagt Schwendimann.

Aus diesem Grunde gab der Regierungsrat vergangenen Woche knapp eine halbe Million Franken frei. Damit kann die seit 1994 existierende Fachstelle die Kampagne über die nächsten vier Jahre hinweg lancieren und an ihre bisherige Präventionsarbeit anknüpfen. Dazu gehörte die Kampagne «Die neue Lust Nichtrauchen», welche im Freizeitumfeld und Discos lanciert wurde, und das seit dem Jahr 2000 lancierte «Experiment Nichtrauchen», einem Nichtraucher-Klassenwettbewerb.

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