Street Parade
Von überall her strömten sie nach Zürich

Wenn es plötzlich in Zürich nur so von heiteren Menschen in kunterbunten Farben wimmelt, kann es sich nur um die Gefolgschaft der Street Parade handeln.

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Wie die Mütter so die Töchter
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Engel und Bengel Die Engel und Bengel rund um Désirée aus Zürich gaben sich bereits zu Beginn der Street Parade vorbildlich. Während rundherum der Alkohol floss, liessen sich die geflügelten Raver einige Hotdogs schmecken. Nötiger Proviant, denn kurz darauf sollte sich die Gruppe auf einem der Love Mobiles wiederfinden, denn das Tanzen dort oben kann gerne Stunden dauern.
Raver kamen von überall her an die Street Parade
Der Techno-Turnverein «Wir kommen schon seit Jahren an die Street Parade, weil wir den ganzen Anlass total lustig finden», schwärmte Sarah aus Spiez (rechts). Wie ihre Freundinnen Anina und Lucy setzte auch sie auf grelle Neon-Farben sowie einen Hauch 1980er-Jahre. Mit dabei im gewagten Catsuit präsentierte sich ihr Begleiter Moran aus Frankreich.
Aloha Street Parade Zürich Sarah und Jasmin aus St. Gallen setzten auf das Motto «Hawaii». «Allerdings haben wir uns auch nicht so viele Gedanken gemacht, was die Kleider betrifft», gesteht Jasmin. Alles sei halt ein wenig «zusammengewürfelt», aber Hauptsache, die beiden sind mit dabei. Den ganz grossen Auftritt auf einem der 27 Love Mobiles blieb Sarah und Jasmin zwar verwehrt, und sie gehörten, wie sie selbst betonten, zum Fussvolk, aber hatten auch so viel Spass.
Eine Überraschung kommt selten alleine Michael und Joe aus Winterthur fielen an der Street Parade als beinahe vollendete Gentlemen auf. Mit einem paillettenbesetzten Schlips sowie dem dazu passenden Hut war das Duo am Tanz-Event sozusagen auf geheimer Mission. «Wir wollen einen Freund überraschen, der sich genau das gleiche Outfit wie wir ausgesucht hat», so Michael. Also galt es, diesen Freund in der Menschenmasse zu finden. Pailletten standen an der Street Parade übrigens hoch im Kurs.
Mr. Roller Skates Benny aus Zürich hielt nicht viel vom Laufen und zog kurzerhand die kultigen Rollschuhe an. So lässt es sich doch klasse einem Love Mobile nachfahren, ohne sich dabei völlig zu verausgaben. Doch eigentlich musste er das gar nicht, war er doch später auf dem Love Mobile Nr. 8 der Kreis3Productions zusehen – ganz nach dem Motto: Der mit den Rollschuhen tanzte.
Die «Deutsche raver-Delegation» Bereits zum zweiten Mal besuchen Daniel, Nadine, Kathrin, Tom und Lisa aus Baden-Württemberg die Street Parade. «In Deutschland gibt es keine vergleichbare Parade mehr», meinte Daniel und erwähnte dabei auch die Love Parade, die nicht mehr stattfindet. Ein bisschen Wehmut schwang also mit, wobei der Grossanlass in Zürich den deutschen Nachbarn unglaublich gut gefällt. «Wir mögen die Stimmung hier, alle Leute sind sehr freundlich», lobte Daniel.

Wie die Mütter so die Töchter

Daniel Diriwächter

Der Verein Street Parade Zürich kann sich über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen. Auch wenn kein blauer Himmel die Limmatstadt veredelte, strömten wieder Tausende von Menschen aus nah und fern zusammen, um die mittlerweile 23. Street Parade zu feiern.

Mit dem diesjährigen Motto «Enjoy the Dancefloor – and save it» wollte der Verein dazu aufrufen, die Partyzonen zu geniessen, sie aber auch zu schützen. Denn Gewalt und Rücksichtslosigkeit sollen ebenso wenig Platz haben wie Intoleranz und fahrlässige Sorglosigkeit. Wie bereits 1992 ist die Street Parade noch immer «eine Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz», so der Verein.

Und (fast) so wie damals ist die grösste Tanzveranstaltung Europas auch heute noch ein Tummelplatz von Menschen, die sich gerne für einen Tag verkleiden, sich bei lautem Sound gehen lassen und den Tag zur Nacht machen wollen. Denn, wie einer der Raver treffend bemerkte, kann an diesem Tag «jeder Platz, jede Strasse in Zürich zum Dancefloor werden».